Kultur : „Kultur muss sich nicht rechnen“

Hans-Joachim Otto leitet Kulturausschuss

Christina Tilmann

Kontinuität statt Wandel heißt es im Kulturausschuss des Bundestags, auch wenn nach Monika Griefahn (SPD) nun die Opposition in Gestalt von Hans-Joachim Otto (FDP) dort den Vorsitz innehat. Man sei sich in 90 Prozent der Fälle parteiübergreifend einig, so der langjährige kulturpolitische Sprecher der FDP, der am Mittwoch in der Berliner Akademie der Künste deren Präsident Adolf Muschg sowie dem KulturratsVorsitzenden Max Fuchs Rede und Antwort stand. Im Gegensatz zu Muschg, der den Staat „in Geiselhaft“ der Wirtschaft sieht, übt sich Otto in Optimismus: Deutschland sei kein armer Staat, wenn ihm 47 Prozent des Bruttosozialprodukts zufielen. Was die Kultur selbst angehe, lasse der Koalitionsvertrag Spielräume, so Otto. So werde man das Staatsziel Kultur, das auf Druck der anderen Ressorts gestrichen worden sei, wieder auf die Agenda setzen. Wichtiger seien Aussagen des Koalitionsvertrags, nach denen Kulturförderung als Investition, nicht als Subvention gewertet werde. Das bedeute nicht, dass sich Kultur unbedingt rechnen müsse, wie Muschg unterstellt hatte, sondern, dass man EU-Vereinheitlichungsbestrebungen im Rahmen der GATS-Verhandlungen besser widerstehen könne. Auch das ist Kulturpolitik. Manchmal sieht sie ziemlich grau aus.

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