Kulturförderung : Offiziell: Bund gegen Übernahme der Berliner Staatsoper

Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch: Der Bund lehnt eine Übernahme von Berlins maroder Staatsoper Unter den Linden ab, will aber eine Zusammenarbeit mit dem Land ausloten.

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Sanierung unklar. Die Staatsoper Unter den Linden. -Foto: ddp

BerlinDer stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg stellte klar, dass der Bund kein Interesse habe, eine eigene Oper zu übernehmen. Es solle aber weiterhin über Kooperationen gesprochen werden. Die Gespräche von Bundesregierung und Senat über Details seien in keinem Punkt abgeschlossen, und es sei offen, wie diese ausgehen. Es sei daher nicht der Zeitpunkt, Zwischenstände zu kommentieren. Beide Seiten seien bereit, zügig weiter zu verhandeln.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa bietet die Bundesregierung Berlin nur die Übernahme der Sanierungskosten der berühmten Oper von bis zu 150 Millionen Euro an, verlangt im Gegenzug aber vom Land eine Aufstockung des jährlichen Zuschusses in zweistelliger Millionenhöhe. Derzeit erhält die Staatsoper rund 37 Millionen Euro im Jahr vom Land.

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus begrüßte inzwischen die Bereitschaft der Bundesregierung, über die bereits zugesagten 50 Millionen Euro hinaus sich mit weiteren 100 Millionen an der Sanierung der Staatsoper zu beteiligen. Damit wäre die Sanierung des historischen Opernhauses gesichert, betonte der kulturpolitische Sprecher Michael Braun. Er riet den Berliner Landespolitikern gleichzeitig, sich "im Ton gegenüber der Bundesregierung zu mäßigen". Bereits jetzt wende der Bund 346 Millionen Euro und damit einen großen Teil seines gesamten Kulturetats für die Hauptstadtkultur auf. Gleichzeitig habe der Senat den Berliner Kulturhaushalt seit 2001 von 511 auf 351 Millionen Euro in diesem Jahr gesenkt. (mit dpa)

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