Kulturhauptstädte : Vom Wasser geprägt

Das britische Liverpool und Stavanger in Norwegen sind im neuen Jahr "Kulturhauptstädte Europa". Sie übernehmen den attraktiven Titel von Luxemburg samt Großregion und Sibiu in Rumänien.

HamburgDie 800 Jahre alte Hafenmetropole Liverpool hat das zweitgrößte Kulturangebot Englands. Obwohl die Exporte zurückgegangen sind, hat Liverpool nach London immer noch den bedeutendsten Seehafen. Mit gut 447.000 Einwohnern in der Stadt und 1,4 Millionen im Ballungsraum ist Liverpool eine der größten Städte des Vereinigten Königreichs. Zu Weltruhm gelangte sie durch ihre berühmtesten Söhne, die Beatles. Besonders stolz ist die "Kulturhauptstadt 2008" auf ihre Galerie Tate Liverpool, ihre Hafenanlagen und das Anfield Stadion, in dem der FC Liverpool seine Heimspiele austrägt.

Das 1125 gegründete Stavanger gilt als Norwegens "Öl-Hauptstadt". Dominierten hier an der Südwestküste der Provinz Rogaland einst Fischerei und Konservenindustrie, leben heute viele der 120.000 Einwohner Stavangers bei Förderfirmen, Werften und Zulieferbetrieben vom "schwarzen Gold". Wichtige Vorkommen liegen 300 Kilometer entfernt in der Nordsee. Als "Kulturhauptstadt" Europas setzt Stavanger auf die Kombination von modernem Wirtschaftsleben mit historischem Kulturerbe. Sehenswürdigkeiten in der mehrfach von Bränden verheerten Stadt sind der 1125 begonnene Dom, die Altstadt mit Holzhäusern aus dem 18. Jahrhundert und das Öl-Museum von 1999.

"Reichtum, Vielfalt, Gemeinsamkeiten"

Seit 1985 erhält jährlich mindestens eine europäische Stadt den Titel "Kulturhauptstadt Europas". Der Europäische Rat verleiht ihn auf Empfehlung der Europäischen Kommission. Ziel ist es, den "Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Bürger Europas füreinander zu leisten".

Jedes Jahr dürfen andere Länder mehrere ihrer Städte vorschlagen. Um die zehn neuen EU-Mitglieder einzubinden, sollen in der Regel bis 2019 jährlich zwei Titelträger, jeweils aus einem alten und einem neuen EU-Staat, ernannt werden. Inzwischen können auch EU-Nichtmitglieder teilnehmen. Im Jahr 2009 sind Linz in Österreich und Vilnius in Litauen Kulturhauptstädte Europas. (feh/dpa)

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