• Kulturminister äußert sich in einem Interview über die "sehr ausgeprägte Gewerkschafts-Mentalität"

Kultur : Kulturminister äußert sich in einem Interview über die "sehr ausgeprägte Gewerkschafts-Mentalität"

Bundeskulturminister Michael Naumann hat das Orchester der Deutschen Oper scharf kritisiert. In einem Interview, das die "Neue Musikzeitung" in ihrer November-Ausgabe abdruckt, beklagt Naumann die "sehr ausgeprägte Gewerkschafts-Mentalität" deutscher Musiker: Wenn "in einem der renommiertesten Häuser des Landes" Musiker um den Erhalt ihrer Privilegien kämpften, aber nicht die "Zivilcourage" aufbrächten, dafür auch offen in Streik zu treten, sondern den Ausfall von Vorstellungen provozierten, habe dies mit einer "durch und durch gewerkschaftlich inspirierten Haltung zu ihrem eigenen Beruf zu tun", die "ganz offenkundig an die Grenzen des Machbaren" geführt habe. Das seien aber Probleme, bei denen er nicht helfen könne, sagte Naumann. "Die müssen vor allem die Musiker selbst lösen - und auch die Intendanz der Deutschen Oper." Mit Blick auf die Kritik an der geplanten Reduzierung des Bundeszuschusses an die Bayreuther Festspiele erklärte der Kulturstaatsminister: Eine Summe von 239 000 Mark, die "der Hälfte eines Gala-Aufführungs-Honorars von Placido Domingo in der Hamburgischen Staatsoper" entspräche, zu einem "solchen Politikum" zu machen, sei "einfach fadenscheinig".

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