Kultur : Kulturnachrichten

Schlingensief will Geld vom Reichstag werfen

Regisseur Christoph Schlingensief wollte im Rahmen eine Tagung der Alfred Herrhausen-Gesellschaft der Deutschen Bank zum Thema "Kapitalismus im 21. Jahrhundert" am Freitagabend vom Dach des Reichstags 100 000 Mark in Zehn-Mark-Scheinen herunterregnen lassen. Die Kulturstiftung der Deutschen Bank hatte Schlingensief zu einem Galaabend in den Reichstag eingeladen. Als man allerdings von seinen Plänen erfuhr, widerrief die Deutsche Bank ihren Auftrag, das Stück "Rettet den Kapitalismus, schmeißt das Geld weg!" zu erarbeiten. Die Berliner Volksbühne, an der Schlingensief arbeitet, hatte ihrerseits am Mittwoch mitgeteilt, Schlingensief wolle an dem Abend mindestens 100 000 Mark Spenden für den Wiederaufbau der Kinder- und Jugendtheater in Belgrad und Pristina sammeln. Falls die Summe nicht zusammenkomme, werde er die Aktion für gescheitert erklären und das Geld vom Reichstag herabwerfen. Tsp



Kulturorganisationen gegen Fusionsidee des Goethe-Instituts

Die meisten Trägerorganisationen der deutschen Kulturpolitik im Ausland wollen trotz der vorgesehenen 70 Millionen-Mark-Kürzung nicht fusionieren. Damit wandten sich am Dienstag Inter Nationes, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) gegen einen Vorschlag des Präsidenten des Goethe-Instituts, Hilmar Hoffmann, Millionenbeträge durch eine Zusammenlegung von Inter Nationes mit dem Goethe-Institut einzusparen.

Die Organisationen wollen die angekündigten Sparauflagen allein durch Kürzungen am Programmangebot erbringen. Derweil rief Hofmann die Mitglieder des Goethe-Instituts in einem persönlichen Schreiben zur Mobilisierung aller "politischen Kontakte" auf, "um die drohende Strangulierung unserer Arbeit abzuwenden". Die geplante Kürzung schon im Jahr 2000 um 14,66 Millionen Mark sei "eine Katastrophe für das Institut" und bedeute "Einschnitte vergleichbar der Schließung aller sieben Institute in Italien oder aller zwölf Zweigstellen in Afrika". Hoffmann erinnerte daran, daß jede Schließung zudem mit erheblichen Abwicklungskosten verbunden sei und es statt dessen um eine "intelligente, längerfristige Sparkonzeption" gehe. Tsp

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