Kultur : Kulturnachrichten

Helen Forrest, eine der großen Sängerinnen der amerikanischen Big-Band-Ära in den 30er und 40er Jahren, ist in Los Angeles 82jährig gestorben. 1938 hatte sie Billie Holiday als Sängerin beim Orchester von Artie Shaw abgelöst. Später arbeitete sie mit Benny Goodman und Harry James zusammen. Als erste weiße Sängerin trat Helen Forrest mit dem schwarzen Bandleader Lionel Hampton auf.



Ein Rembrandt-Gemälde ist in der Nacht zum Mittwoch aus dem Museum der südfranzösischen Stadt Draguignan gestohlen worden. Das Bild mit dem Titel "Kind mit Seifenblase" habe einen Wert von rund 20 Millionen Franc (sechs Millionen Mark) und ist von Rembrandt handsigniert.



Die Bratschistin Tabea Zimmermann erhält den Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland 1999. Der mit 10 000 Mark dotierte Preis wird jedes Jahr an herausragende junge Ensembles und Persönlichkeiten des Musiklebens verliehen. Die 33jährige Tabea Zimmermann bekommt den von der Künzelsauer Würth-Stiftung finanzierten Preis für ihren besonderen Einsatz im Bereich der Jugendmusik. Die Auszeichnung wird am 28. Juli auf Schloß Weikersheim übergeben.



Stephan Blüher wird neuer Operndirektor am Theater Altenburg-Gera. Der Musikwissenschaftler, Germanist und Regisseur tritt das Amt an Thüringens größter Bühne mit Beginn der Spielzeit 2000/2001 an. Blüher nimmt seit 1987 einen Lehrauftrag an der Berliner Hochschule für Musik "Hanns Eisler" wahr.





Knaus Verlag verliert Eigenständigkeit

Der zur Bertelsmann Buch AG gehörende Albrecht Knaus Verlag verliert seine programmatische Eigenständigkeit. Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, wird das Programm des Münchner Verlages künftig von dem mit Bertelsmann assoziierten Blessing Verlag in München verantwortet. Knaus-Programmleiter Karl-Heinz Bittel werde auf eigenen Wunsch zum 1. Oktober ausscheiden. Der Imprint Knaus solle aber erhalten bleiben. Mit der Umstrukturierung im Management sollen den Angaben zufolge die erheblichen Verluste reduziert werden, die die Bertelsmann Buch AG mit dem Ratgeberverlag Mosaik, dem Bestsellerverlag Blessing, dem Sachbuchhaus Siedler und dem literarischen Berlin Verlag eingefahren hat. So wurden bereits die Verlage Berlin und Siedler unter der Leitung von Arnulf Conradi zusammengefaßt. ADN



Naumann: Bayreuth soll Preise anheben, Sponsoren werben

7,4 Prozent seines insgesamt 1,7 Milliarden Mark umfassenden Etats muß Kulturstaatsminister Michael Naumann nach dem Willen des Finanzministers Eichel einsparen. Und er ist dazu auch entschlossen. Nur wo genau die Gelder gestrichen werden, möchte er noch offen lassen - im Rahmen der Haushaltsberatungen des Bundestages könnten sich durchaus noch Verschiebungen ergeben, sagte Naumann. Damit reagierte er auf die massive Kritik an seinen Sparplänen, die besonders aus Bayern kommt, wo neben den bislang aus Bonn alimentierten Bamberger Symphonikern und dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (dem Investitionsmittel gekürzt werden) auch die Bayreuther Festspiele betroffen sind, die künftig 480 000 Mark weniger erhalten sollen. Eine Idee, wie die Richard- Wagner-Festspiele die Kürzungen kompensieren könnten, hatte der Minister auch schon: Mehr Sponsorengelder eintreiben und einfach die Eintrittspreise "auf den feinen, vorderen Rängen" anheben. Tsp



Ehrung für Verzicht auf enteignete Kulturgüter

Mit der Maecenas-Ehrung des Arbeitskreises selbständiger Kulturinstitute (ASKI) werden in diesem Jahr Clara Freifrau von Arnim und Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg ausgezeichnet. Beide hätten nach Kriegsende in der sowjetischen Besatzungszone enteignete Kulturgüter in den letzten Jahren nicht zurückgefordert, sondern sie "der Allgemeinheit bleibend zugänglich gemacht", erklärte ein ASKI-Sprecher am Mittwoch in Bonn. In der Organisation sind 24 unabhängige Kultureinrichtungen verschiedenster Sparten zusammengeschlossen.

Freifrau von Arnim habe auf die Rückgabe von Schloß Wiepersdorf in Brandenburg sowie auf Bibliothek und Nachlaß von Bettina und Achim von Arnim verzichtet. Hierdurch habe sie "einen wichtigen Teil deutschen Kulturgutes" der Romantik der Forschung und den Bürgern erhalten. Freiherr Speck von Sternburg erhält die Ehrung stellvertretend für seine Familie, die ihre bedeutende Gemäldesammlung als Stiftung in das Museum der Bildenden Künste in Leipzig eingebracht habe, wo sie als Dauerleihgabe ausgestellt wird.

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