KULTURPOLITIK : Schöne Schlösser, böse Bauten: Kulturausschuss berät Berlins Stadtentwicklung

15.02.2012 00:00 UhrVon Claudia Wahjudi

In seiner zweiten Sitzung versucht sich der neue Kulturausschuss noch zu finden - und mit dem neuen Partnerressort Stadtentwicklung zu verständigen: Das Arno-Breker-Atelier bleibt weiterhin ein Zankapfel

Auch in seiner zweiten Sitzung übt der neue Kulturausschuss noch. Viel Zeit ging mit einer Debatte darüber verloren, was „schöne“ Architektur sei, entzündet an einem Fall, in dem die Kulturverwaltung gar nichts zu entscheiden hat: der Sanierung des Jagdschlosses Glienicke. Die Teilnahme von Landeskonservator Jörg Haspel und Ephraim Gothe, Staatssekretär für Stadtentwicklung, sollte nicht zuletzt die engere Zusammenarbeit zwischen den Ressorts Kultur und Bauen demonstrieren. In der gereizten Stimmung drang nur schwer die Frage der Grünen durch, was der Aufschub des Archäologischen Zentrums in Mitte für den dort geplanten Standort des Museums für Vor- und Frühgeschichte bedeute.

Kulturstaatssekretär André Schmitz versprach, bei den Staatlichen Museen nachzufragen.

Beim Streit um das ehemalige Atelier von Arno Breker, für das der Kultursenator tatsächlich zuständig ist, hatte Wowereit den Saal bereits verlassen. In dem Haus am Käuzchenweg, zuletzt von Berliner Künstlern genutzt, will die Bernhard-Heiliger-Stiftung ein Zentrum für Nachkriegsskulptur gründen. Lottomittel für einen originalgetreuen Rückbau wurden bereits bewilligt, auch will Wowereit den Betrieb fördern. Gemeinsam mit Sabine Bangert als neuer kulturpolitischen Sprecherin der Grünen warf Wolfgang Breuer von der Linken dem Regierenden vor, die Öffentlichkeit bei der Entscheidung übergangen zu haben und unsensibel mit der NS-Vergangenheit des Hauses umzugehen. Von dem Vorwurf zeigte sich Schmitz persönlich getroffen. Stefan Schlede (CDU) forderte darauf von der Heiliger-Stiftung ein besseres Konzept. Das versprach Schmitz bis zu den Haushaltsberatungen. Der letzte Punkt, die kommunale Kultur, entfiel wegen Zeitmangels, dabei droht Pankow die Schließung von Kultur- und Bildungseinrichtungen. Immerhin: Die nächste Sitzung am 27. Februar soll zwei Stunden früher beginnen. Claudia Wahjudi

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