Kulturrat : 25 Jahre Lobby für Kultur

Seit 25 Jahren versteht sich der Deutsche Kulturrat als Interessenvertreter der Kulturverbände gegenüber der Bundespolitik. Am 20. September feiert der Rat sein Jubiläum.

Berlin - Gegründet wurde er am 14. September 1981 als lockere Arbeitsgemeinschaft, als Lobbyverband arbeitet er seit 1996 in Form eines eingetragenen Vereins für die Interessen der Kultur. Am 20. September feiert der Rat in Berlin mit einer Festveranstaltung das Jubiläum. Zu Aufgaben und zukünftigen Themen äußerte sich Geschäftsführer Olaf Zimmermann in Berlin.

Herr Zimmermann, was war der Auslöser für die Gründung des Lobbyverbandes?

Damals plante die Bundesregierung die Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Kunst und Kultur. Die Kulturverbände sind dann das erste Mal gemeinsam dagegen vorgegangen und haben auch erreicht, dass das nicht geschah.

Wessen Interessen vertreten Sie als Kulturrat?

Der Kulturrat vertritt sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberverbände. Das ist etwas Besonderes. Wir haben auf der einen Seite die Künstlerverbände, die wir vertreten, und auf der anderen Seite die Kulturwirtschaft mit ihren Verbänden sowie die Laienverbände. Und wir decken zudem alle künstlerischen Sparten ab.

Wie kommen Sie bei über 200 Mitgliedern zu einer abgestimmten Meinung bei aktuellen kulturpolitischen Problemen?

Wir haben den Sprecherrat, der sich vier Mal im Jahr trifft. Aus den uns angehörenden acht Sektionen sind jeweils zwei Personen dorthin entsandt, die dann die Stellungnahmen abstimmen.

Der Kulturrat bekommt für seine Arbeit Geld von der Bundesregierung. Wie bewahren Sie sich trotzdem Ihre politische Freiheit?

Manchmal gibt es Interessenkonflikte, wenn wir uns zur aktuellen Kulturpolitik des Bundes äußern. Aber wir haben nur ein einziges Mal richtig Ärger gehabt mit einem Kulturstaatsminister, das war mit Michael Naumann. Als wir 1999 von Bonn nach Berlin umziehen wollten, hat er uns gedroht, er nimmt uns das Geld weg. Doch das hat sich rasch wieder beruhigt. Sonst kann ich mich trotz manchmal heftigster Auseinandersetzungen nicht erinnern, dass die Politik von uns eine Stellungnahme in ihrem Interesse eingefordert hat. Aber man muss aufpassen, dass das nicht im Hinterkopf eine Rolle spielt.

Welches sind Ihre Arbeitsschwerpunkte für die nächste Zeit?

Wir werden uns tagespolitisch einmischen, doch unser Schwerpunkt muss verstärkt Europa sein. Dinge, die uns interessieren, wie zum Beispiel das Urheberrecht, werden auf europäischer Ebene entschieden. (tso/ddp/Angelika Rausch)

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