Kultur : Kulturreform: BerlinBallett kurz vor dem endgültigen Aus

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Auch wenn Kultursenator Christoph Stölzl es zu beschönigen versuchte: Auf der gestrigen Sitzung des Unterausschusses Theater im Berliner Abgeordnetenhaus kam heraus, dass das BerlinBallett so gut wie tot ist. Nachdem das Papier der Deutschen Opernkonferenz zur Strukturreform der drei Opernhäuser in der vergangenen Woche eine Eigenständigkeit der Ballettkompagnien befürwortet hatte, galt die Idee einer Fusion der Opernballette als politisch kaum mehr haltbar. Stölzl betonte allerdings, dass Gerhard Brunner, der Senatsbeauftragte für das BerlinBallett, bis zum Ende seines Vertrages im Sommer 2001 an der Gestaltung der Berliner Tanzszene mitwirken werde.

Neue Bewegung ist dagegen in die Diskussion um die Berliner Opernreform gekommen: Stölzl erklärte, dass der designierte Staatsminister für Kultur, Julian Nida-Rümelin, ihm bei einem ersten Gespräch in der vergangenen Woche ein Abrücken von der Position seines Vorgängers signalisiert hätte. Im Gegensatz zu Michael Naumann sei Nida-Rümelin auch bereit, über ein Teilengagement des Bundes bei der Finanzierung Berliner Kulturinstitutionen, auch der Staatsoper Unter den Linden, zu reden. "Alles ist jetzt neu diskutierbar. Wir sollten jetzt keine Strukturentscheidungen übers Knie brechen, die dem Bund ein Engagement erschweren könnten", begründete Stölzl seine Entscheidung, erst im Januar eine Senatsvorlage über die Opernhäuser zu präsentieren. Eine Klärung deutete er bei der Besetzung des Chefdirigentenpostens an der Deutschen Oper an. Im Gespräch mit den Kontrahenten Christian Thielemann und Fabio Luisi sei man einer Kompromisslösung nahe gekommen; strittig seien nur noch die Titel für die Dirigenten.

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