Kulturtipps für Berlin : Wohin am Abend?

Heute Abend gibt's verzerrte Bluesriffs, ehrlichen Bristol Sound à la Jay-Jay Johanson und Songwriterperlen von Lisa Mitchell. Das und noch viel mehr: in den Kulturtipps!

Lisa Mitchell.
Lisa Mitchell.Foto: promo

Blues: Mdou Moctar

In seinem Heimatland Niger wird der Gitarrist und Sänger längst als Bindeglied zwischen der traditionellen Tuareg-Musik und dem elektrifizierten Psychedelic-Rock der Jugend gefeiert. Anders als das berühmte Vorbild Tinariwen entwickelt Moctars Wüstenblues seine hypnotische Wirkung nicht aus repetitiven Folkmelodien, sondern aus frenetisch verzerrten Bluesriffs.
20 Uhr, Monarch, Skalitzer Str. 134, Kreuzberg

Bristol Sound: Jay-Jay Johanson

Nach wenig erfolgreichen Ausflügen in synthetische Achtziger­Jahre-Klangwelten und in Morrissey-artige Rockposen hat der Schwede mit der täuschend echten Chet-Baker-anno-58-Stimme zur skandinavischen Variante des Bristol Sounds zurückgefunden. Sein zehntes Album „Opium“ enthält Lieder von betörender Laszivität, auf die Erlend Øye und Owen Pallett neidisch sein dürften.
21 Uhr, 18,80 Euro, Berghain/Alte Kantine, Rüdersdorfer Str. 70

Songwriter: Lisa Mitchell

Die noch relativ unbekannte Musikerin fabriziert melancholische, nach Sonnenuntergang lechzende Songwriterperlen, weswegen sie in einem Atemzug mit Regina Spektor, Laura Marling und Feist genannt wird. Dazu passt das Badeschiff famos. Noch ist sie ein Geheimtipp.
20 Uhr, 14 Euro, Escobar Sun Deck/ Badeschiff, Eichenstr. 4

Theaterprojekt: One Day I Went to *idl

Theater- und Musikprojekt von und mit jungen Refugees über ihr Leben in Berlin zwischen Hoffnungslosigkeit und Aufbruch.
20 Uhr, 7/5 Euro, Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27, Kreuzberg

Biopic: Mr. Turner – Meister des Lichts

Hier passt das schöne Wort „kongenial“ mal wieder. Denn so schön wie die Bilder des Briten William Turner, so wunderbar Mike Leighs Biopic über den großen Maler, grandios verkörpert von Timothy Spall. Die Annäherung an Turner ging sogar so weit, dass Leigh und sein Stamm- Kameramann Dick Pope einzelne Gemälde sozusagen eins zu eins in einigen Filmszenen nachbildeten, inklusive der prächtigen Farbgebung. Ein Fest der Sinne.
21.45 Uhr, 7,50 Euro, Freiluftkino Hasenheide im Volkspark, Neukölln

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