Kulturzeitschrift : Bohrer und Scheel hören beim "Merkur" auf

Beim "Merkur", der monatlich erscheinenden "deutschen Zeitschrift für europäisches Denken", geht eine Epoche zu Ende. Die Herausgeber Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel wollen ihr Amt zum Jahresende aufgeben.

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Als Nachfolger ist der Kunsthistoriker Christian Demand vorgesehen, derzeit Professor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Die Ernst H. Klett Stiftung, die die Kulturzeitschrift mit einer Auflage von 4800 Exemplaren trägt, soll die Personalie nach der nächsten Kuratoriumssitzung im Mai bestätigen. Der Literaturwissenschaftler und ehemalige „FAZ“-Literaturchef Bohrer, 78, war seit 1984 Herausgeber. Der Germanist Scheel, 63, kam 1980 als Redakteur zum Merkur und ist seit 1991 Herausgeber. Die 1947 gegründete Zeitschrift hatte ihre Redaktion 1998 von München nach Berlin verlegt. Sie beschreibt sich selber als „politisch liberal und ironisch in der Haltung“ und gilt als gewichtiges intellektuelles Forum. Der Wechsel in der Herausgeberschaft, sei, so Scheel, „vernünftig, da ist nichts Geheimnisvolles dran“. Nachfolger Christian Demand, 50, verfügt über eine schillernde Biografie. Der Bruder des Künstlers Thomas Demand hat Pop-Platten aufgenommen, Philosophie studiert und die Münchner Journalistenschule absolviert.

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