Kunst : Nazi-Raubgemälde in Zürcher Safe entdeckt

Der Staatsanwalt Ivo Hoppler hat im Safe einer Bank in Zürich mehrere von den Nazis geraubte Kunstwerke gefunden. Medienberichten zufolge handelt es sich um Werke der französischen Impressionisten Claude Monet, Auguste Renoir und Camille Pissarro.

Zürich/München - Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat in einem Banksafe mehrere von den Nazis geraubte Kunstwerke entdeckt. Darunter sind nach Medienberichten Werke der französischen Impressionisten Claude Monet, Auguste Renoir und Camille Pissarro. Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Zeit" berichteten, der NS-Kunsträuber Bruno Lohse habe die Kunstwerke in einem Schließfach aufbewahrt. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt den Berichten zufolge gegen einen Kunsthändler, der ein Vertrauter Lohses gewesen sein soll. Derzeit werteten die Ermittler Unterlagen aus, die bei einer Wohnungsdurchsuchung des Beschuldigten Anfang Mai in München beschlagnahmt worden waren, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft sei mit Hilfe der Liechtensteiner Behörden, die wegen Geldwäsche-Verdachts ermittelten, auf den Safe gestoßen, bestätigte der Schweizer Staatsanwalt Ivo Hoppler am Dienstag. Der Münchner Kunsthändler hatte zu dem von einer Liechtensteiner Firma bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) gemieteten Safe Zugang.

Lohse, der während des Dritten Reichs im Auftrag Hermann Görings arbeitete, war im März gestorben. In Liechtenstein unterhielt er ein Konto. Hoppler sagte, ihm liege ein Rechtshilfeersuchen der Münchner Staatsanwaltschaft vor. Bis zu den entsprechenden Verfahren blieben die Bilder blockiert. "Dann wird entschieden, wer sie bekommen soll", sagte der Staatsanwalt.

Echtheit anderer Werke wird noch überprüft Nach den Presseberichten waren der in Zürich lebende Tochter des jüdischen Verlegers Gottfried Bermann Fischer, Gisela, Auskünfte über den Verbleib des Bildes von Pissarro angeboten worden. Dieses Werk war geraubt worden, nachdem die Verlegerfamilie aus Österreich geflüchtet war. Die Auskünfte sollten mit einem "Finderlohn" von 18 Prozent des Wertes des Werkes beglichen werden, was Gisela Bermann Fischer ablehnte.

Nicht bestätigt wurden Berichte, nach denen sich in dem Safe mehr als 14 Gemälde, unter anderem auch von Dürer, Sisley, Kokoschka und van Kessel befunden haben sollen. Hoppler sagte, es müsse noch geprüft werden, ob die Werke echt seien. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar