Kunst : Neue Documenta-Chefin steht fest

Die US-Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev soll Leiterin der 13. Kasseler Documenta im Jahr 2012 werden. Sie leitete in diesem Jahr bereits die Biennale von Sydney.

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Carolyn Christov-Bakargiev. -Foto: dpa

KasselAls zweite Frau nach Catherine David 1997 wird die Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev die nächste documenta leiten. Die Geschäftsführung der Kasseler Kunstausstellung stellte die 51-Jährige am Mittwoch als künstlerische Leiterin der im Juni 2012 beginnenden documenta 13 vor. Christov-Bakargiev sprach von einer "Ehre und großen Freude, ein Segen und eine Herausforderung". Zu ihrem Konzept für die alle fünf Jahre stattfindende Ausstellung moderner Kunst wollte sie sich aber nicht äußern. "Sie sind hier, um Details herauszufinden", sagte sie auf der Pressekonferenz, "ich bin hier, um Ihnen das nicht zu sagen".

Die in Italien arbeitende Christov-Bakargiev ist selbst in Kunstkreisen wenig bekannt, obwohl sie mehrere Ausstellungen in Italien, Belgien, den USA und Australien kuratiert hat. "Sie ist erbarmungslos und fordert einen hohen Standard und holt so das beste aus den Künstlern heraus", sagte der Sprecher der Findungskommission, Kasper König vom Kölner Museum Ludwig. Die letzte documenta, die der ebenfalls zuvor kaum bekannte Roger Martin Buergel geleitet hatte, hatten im Sommer vergangenen Jahres 754 000 Besucher gesehen.

Künstler als Hauptpersonen

Christov-Bakargiev bezeichnete die Künstler als die Hauptpersonen der nächsten documenta. "Ich bin nur die Kuratorin, nur eine Stimme von vielen." Zudem werde sie Leute um sich scharren, um mit ihnen die Ausstellung zu gestalten. "Ich mag hier den Begriff "Team" nicht, weil das so nach Sport klingt. Nennen wir die Leute lieber "Gesprächspartner", meinetwegen auch "Kameraden", weil wir viel miteinander kommunizieren und uns austauschen müssen."

Von den bisherigen documenta-Leitern habe sie vor allem die Arbeit von Werner Haftmann beeindruckt, der die documenta II 1959 und III 1964 gestaltet hatte. Sie selbst kenne die Kasseler Ausstellung seit 1987. Es sei ihr Ehre und Privileg, die erst zweite Frau an der Spitze der Ausstellung zu sein, sagte sie.

Die 51-Jährige will im Januar nach Kassel zurückkehren und in Nordhessen viel Zeit verbringen. Vorerst wolle sie jedoch ihre Reisen fortsetzen und ihren jetzigen Arbeitsort, das Castello di Rivoli in Turin, erst verlassen, wenn sie ihn in guten Händen wisse. (svo/nal/dpa/ddp)

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