Kunst : Neues Auktionshaus in Leipzig eröffnet

Wer ein Kunstwerk geerbt, zu Hause dafür aber gerade keinen Platz hat und es zu einem guten Preis verkaufen will, ist im Auktionshaus richtig. Beim Leipziger "Fine Arts"-Auktionshaus können Interessenten weltweit mitbieten.

Leipzig - Eheleute in Scheidung wählen oft den Weg der Versteigerung, um den gemeinsamen Kunstbesitz in Bares zu verwandeln. In Auktionshäusern wird Kunst von Experten geschätzt und mit etwas Glück auch zu einem akzeptablen Preis verkauft. Insider aus aller Welt nutzen häufig diese Möglichkeit, um ihre Sammlungen zu komplettieren oder sich ausgefallene Einzelstücke zuzulegen. Eine solche Kunstversteigerung findet am 23. September im neu eröffneten Leipziger Auktionshaus Fine Art in der Katharinenstraße gegenüber dem Bildermuseum statt. Inhaber Bodo Hellmann hat dafür in den vergangenen Monaten 300 Artikel von so genannten Einlieferern entgegen genommen, die an diesem Tag unter den Hammer kommen sollen.

Darunter sind interessante Gemälde von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Walther Firle, aber auch diverses Meissner Porzellan, wertvolle antike Möbel, Silber, Lampen und ganz besondere Bücher. Viele Stücke sind mehrere tausend Euro, die teuersten Möbel sogar bis zu 35.000 Euro wert.

Anreiz für Käufer

Wer sich in dieser Szene nicht auskennt, weiß häufig gar nicht, wie eine solche Kunstauktion abläuft. "Wir versteigern die Artikel im Auftrag der Einlieferer und sind ein Dienstleister für alle, die Kunst zu Geld machen müssen oder wollen", sagt Hellmann, der außerdem gemeinsam mit seinem Sohn ein Kunsthandelsunternehmen im thüringischen Bad Liebenstein betreibt. Auch Antiquitätengeschäfte nutzten häufig Auktionshäuser, um bestimmte Kunstsachen zu veräußern.

Kommt ein Kunde mit einem Artikel, den er versteigern lassen möchte, wird dieser zunächst von Experten geschätzt. Die Fachleute, die mit dem Auktionshaus zusammenarbeiten, ermitteln die Schätzpreise des jeweiligen Kunststücks und geben den Kunden Empfehlungen für Mindestgebote. Das unterste Gebot liege dabei meist bei der Hälfte des jeweiligen Schätzwertes. "Schließlich muss das Auktionshaus für den Käufer einen Anreiz schaffen", erklärt Hellmann.

"Keiner weiß mehr so richtig, wo der Käufer sitzt"

Kunstkenner, die inkognito auftreten wollen, erscheinen meist nicht persönlich bei der Auktion, sondern geben ihre Gebote telefonisch, schriftlich oder per Internet ab. "Keiner weiß mehr so richtig, wo der Käufer sitzt", berichtet Hellmann. Er verdient erst etwas, wenn der eingelieferte Artikel tatsächlich verkauft ist. Dann gibt es ein Aufgeld vom Käufer und ein Abgeld vom Einlieferer. Das Auktionshaus bietet seinen Kunden darüber hinaus fachliche Beratung beim Aufbau privater Sammlungen, die weltweite Suche und Beschaffung geeigneter Objekte und die Organisation des Transportes an, vermittelt ihnen auch Kunstversicherer und Restauratoren.

Wie viele Interessenten zur ersten Auktion in seinen Räumen kommen werden, steht in den Sternen. "Wir stellen erst einmal 50 Stühle hin und hoffen, dass der Raum gut gefüllt ist", sagt der 49-Jährige. Etwa viermal jährlich kommt künftig im Leipziger Auktionshaus Fine Art Kunst unter den Hammer. Der Termin für die nächste Versteigerung steht auch schon fest. Sie soll am 2. Dezember stattfinden. (tso/ddp)

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