KUNST Stücke : Wahre Liebe

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Wenn von „true collectors“ die Rede ist, sollte man vorsichtig sein. Es sei denn, die Einladungskarte trägt den Stempel der Bar Babette (Karl-Marx-Allee 36, Eröffnung: 21.2., 20 Uhr; bis 23.2 ab 18 Uhr). Dann lässt sich mit einiger Sicherheit sagen, dass hier niemand einen Anspruch auf Wahrheit propagieren will. Vielmehr heben sich die Absichten der Ausstellenden von denen anderer, auf Effizienz und Ökonomie getrimmten Sammler ab.

Teil drei der Reihe bestreitet mit Dirk Nümann ein Bibliophiler, der keinesfalls den Eindruck erwecken will, Kunst systematisch zu erwerben. Dass er dennoch zwei von ihm geschätzte Künstler mit seriellen Arbeiten zeigt, wirkt nur im ersten Moment inkonsequent. Tatsächlich aber ist Nümann ein treuer Sammler, der sich für Chris Dreier und Oliver Lanz begeistert und beide seit Jahren begleitet. Kunst sei Glück, aber auch Verpflichtung, meint er. Letzteres bedeute, dass man den Blick statt auf ihn lieber auf die Künstler richten sollte. Auf jenes gute Dutzend Steine, die Lanz so lange zum Aufbocken seiner Gemälde im Atelier genutzt hat bis sich Farbspritzer und andere Zufallspuren zu räumlichen Bildern verdichten konnten. Jetzt stehen sie auf dem Tresen vor den Cocktailtrinkern und zwingen zur Auseinandersetzung. Genau wie die malerischen Farbexperimente im Raum.

Flankiert werden sie von Dreiers Leuchtkästen, deren Motive mit diversen, selbst gebauten Lochkameras aufgenommen wurden. Ihre Anziehungskraft resultiert aus dem eigenartigen Gegensatz von Unschärfe, den oft lapidaren Sujets und ihrer aufwendigen Präsentation. Als sei es der Zufall, der die Dinge in ihre Balance bringt. Ähnliches vermitteln zur Eröffnung the Burqamaschinen mit ihrer Noise-Musikperformance von Dreier und der Künstlerin Ursula Dobereiner.

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