Kunstauktion : Abramowitsch kauft Werke von Freud und Bacon

Das Geheimnis um den neuen Besitzer der zwei zu Rekordpreisen versteigerten Werke von Lucian Freud und Francis Bacon ist gelüftet: Roman Abramowitsch nennt die Bilder nun sein Eigen - auch wenn er bislang nicht viel mit Kunst am Hut hatte.

Lucien Freud
"Benefits Supervisor Sleeping" (Bildausschnitt). -Foto: dpa

LondonDer in London lebende Unternehmer und Besitzer des Fußballclubs Chelsea Roman Abramowitsch (41) hat auf Anregung seiner 25-jährigen Freundin Dascha Schukowa Lucian Freuds voluminöses Aktgemälde "Benefits Supervisor Sleeping" und Bacons "Triptych, 1976" vergangene Woche in New York ersteigern lassen.

Die Werke waren von den Auktionshäusern Christie's sowie Sotheby's für 33,6 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) und 86,3 Millionen Dollar (55,7 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen. In beiden Fällen hieß es, der neue Besitzer wolle anonym bleiben. Der Preis für den Freud-Akt war der höchste Auktionspreis, der jemals für das Werk eines noch lebenden Künstlers erzielt wurde, während die für Bacons Triptychon gezahlte Summe eine neue Auktions-Rekordmarke für Nachkriegskunst setzte.

Freundin plant Kunstgalerie

Die Bilder könnten eines Tages in Moskau zu sehen sein, wo die Freundin von Abramowitsch die Eröffnung einer Kunstgalerie plane. Aus kaufmännischer Sicht sei die Entscheidung zum Erwerb der Bilder durchaus richtig gewesen, erklärte Cristina Ruiz, Herausgeberin der Kunstfachzeitschrift "The Art Newspaper", die als erste den russischen Milliardär als neuen Besitzer der beiden Rekordwerke ausgemacht hatte.

"Dies war ein guter Einkauf, die Werke werden sicher ihren Wert behalten", sagte Ruiz. Abramowitsch sei zwar ein völliger Neuling auf der Bühne des Kunsthandels, aber mit den von ihm bezahlten Rekordpreisen bestätige sich einmal mehr "die Verlagerung der Macht in der Kunstwelt weg von europäischen und amerikanischen Sammlern, die verstärkt an Sammler aus Russland und dem Nahen Osten verkaufen". (sgo/dpa)

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