Kunstdiebstahl : Die Mumie kehrt zurück

In einer New Yorker Garage hatten Ermittler ihn gefunden: einen 3600 Jahre alter Frauensarkophag. Mit der Operation "Der Fluch der Mumie" kehren nun 123 gestohlene Kunstobjekte in ihre Heimat am Nil zurück.

Michel Penke
Gefunden in einer Garage in Brooklyn, New York: gestohlene Grabbeigaben aus Ägypten.
Gefunden in einer Garage in Brooklyn, New York: gestohlene Grabbeigaben aus Ägypten.Foto: US Immigrations and Customs Enforcement

Die USA haben 123 illegal ins Land gebrachte antike Kunstgegenstände an Ägypten zurückgegeben. Darunter waren ein Frauen-Sarkophag aus griechisch-römischer Zeit, bemalte Holzmodelle von Begräbnisbooten, die rund 1500 Jahre vor Christus gefertigt wurden, und knapp 2000 Jahre alte Grabfresken aus der Dritten Zwischenzeit, wie ägyptische Zeitungen am Samstag berichteten. Der Transport traf am Freitag in Kairo ein.
Die Kunstschätze waren Teil der Ausbeute von fünfjährigen Ermittlungen, welche die amerikanischen Zoll- und Strafbehörden unter dem Code-Namen „Fluch der Mumie“ geführt hatten. Dabei wurden insgesamt 7000 Artefakte aus aller Welt sichergestellt, die auf illegale Weise in die USA gelangt waren.

Jahrtausendealte Sarkophage verwitterten in New Yorker Garagen

Der aus Ägypten stammende Sarkophag war in einer Garage im New Yorker Stadtteil Brooklyn gefunden worden. Die Entdeckung führte zu weiteren Spuren, die die Sicherstellung der anderen Kunstgegenstände ermöglichte. "Die Vorstellung, dass einige dieser wertvollen Artefakte in Garagen entdeckt wurden – den Elementen schutzlos ausgesetzt – ist undenkbar", sagte die Direktorin des zuständigen US-Departments ICE Sarah Saldaña.

Der ägyptische Botschafter Mohamed Tawfik sagte im Anschluss: "Ich möchte im Namen der ägyptischen Regierung und des ägyptischen Volkes meine herzliche Dankbarkeit für die Arbeit des US-Departments Homeland Security und im Besonderen für die Bemühungen der Mitarbeiter des ICE ausdrücken, die diese unschätzbaren Kunstgegenstände wieder entdeckt und zurückgebracht haben."
Im Zuge der Ermittlungen wurden vier Personen angeklagt und zwei von ihnen verurteilt. Bei 16 Durchsuchungen seien Kunstgegenstände im Wert von 3 Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro) sichergestellt worden, teilte der US-Zoll mit. Die Ermittler verfolgten den Schmugglerring bis nach Großbritannien, den Irak und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Beteiligt waren neben Schiebern auch Restauratoren, Zwischenhändler und Geldwäscher.

Über 7800 Kunstgegenstände an andere Länder zurückgegeben

Während des politischen Chaos im Arabischen Frühling wurde das Ägyptische Museum in Kairo geplündert: 50 Kunstgegenstände verschwanden, viele andere wurden schwer beschädigt. Seit 2007 wurden bereits mehr als 80 Kunstobjekte an die ägyptischen Behörden zurückgegeben. Mehr als 7800 gingen andere Länder wie Frankreich, Polen, Österreich, Peru, China, Kambodscha und Deutschland.

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