Kultur : Kunstfrühling

Louvre eröffnet Zweigstelle in Nordfrankreich.

Kunstwerke aus einem der berühmtesten Museen der Welt in einer der ärmsten Gegenden Frankreichs: In der einstigen Bergbau-Stadt Lens in Nordfrankreich ist ein Ableger des Pariser Louvre eingeweiht worden. Staatspräsident François Hollande besichtigte am Dienstag zusammen mit Kulturministerin Aurélie Filippetti in dem eleganten Neubau mit einer Fassade aus Glas und Aluminium die „Galerie der Zeit“, das Herzstück des Museums. Dort sind für zunächst fünf Jahre rund 200 Werke von der Antike bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu sehen, die einen Ausschnitt der Sammlung des Pariser Louvre darstellen. Das japanische Architekturbüro Sanaa hat den Bau entworfen. Begrüßt wurde Hollande von einer Gruppe ehemaliger Kumpel in Bergarbeiter-Montur. Die Region im Nordosten Frankreichs lebte einst vom Bergbau, die Kohleminen wurden aber bereits vor 20 Jahren geschlossen. Heute ist die Region eine der ärmsten Frankreichs. In der 35 000-Einwohner-Stadt Lens liegt die Arbeitslosigkeit bei 16 Prozent.

Mit dem neuen Museum erhofft sich die Politik neue Impulse für die Region. „Wir wissen, dass ein Museum noch keinen Frühling macht“, sagte der Regionalpräsident für den Verwaltungsbezirk Nord-Pas-de-Calais, Daniel Percheron. „Aber es ist ein Zeichen, dass der Winter zu Ende ist.“ Im ersten Jahr sollen der Louvre von Lens 700 000 Besucher in das neue Museum locken. Gekostet hat der auf einem Bergbau-Plateau errichtete Gabäude mehr als 150 Millionen Euro. Frankreich hatte vor knapp zehn Jahren eine Dezentralisierung im Bereich der Kultur angestoßen. Das Pariser Centre Pompidou unterhält einen Ableger im nordostfranzösischen Metz. AFP

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