Kultur : Kunsthistoriker Spies: Es gibt noch mehr Fälschungen

Der Kunsthistoriker Werner Spies hat mehr Werke des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi begutachtet als bisher bekannt. Bei einer Mappe mit unsignierten Papierarbeiten, die angeblich von Max Ernst (1891-1976) stammten, habe er nach dem ersten Blick „schon Zweifel an der Authentizität einiger Arbeiten“ gehabt, sagte Spies dem Magazin „Stern“. Spies hatte sieben Fälschungen Beltracchis für echt befunden, die Bilder erzielten beim Verkauf dann Millionenbeträge. Für seine Expertisen bekam er Provisionen, räumte Spies ein. „Sie haben mir das einfach gezahlt.“ Bis heute hält Spies die Fälschungen für perfekt. „Beltracchi ist ein genialer Klon von Max Ernst“, sagte der 74-Jährige. Er schließt allerdings aus, dass weitere gefälschte Bilder im Umlauf sind. „Ohne meine Expertise kann man einen Max Ernst nicht verkaufen. Das ist so. Und ich habe mich nur sieben Mal täuschen lassen.“ Beltracchi hatte als Drahtzieher einer vierköpfigen Bande jahrelang Fälschungen von Ernst, Pechstein und Campendonk auf den Markt geschleust. Im Oktober war er zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Mehr als 50 Fälschungen Beltracchis sind bisher bekannt. Die Ermittler gehen von mindestens 100 gefälschten Bildern aus seiner Hand aus. dpa

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