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Kunstraub in Rotterdam : Diebe stehlen Werke von Picasso, Monet und Gauguin

17.10.2012 11:07 Uhrvon
Prominente Leerstelle: Wo am Vortag noch Henri Matisse' "Lesende in Weiß und Gelb" hing, klafft in der Rotterdamer Kunsthalle heute eine Lücke. Foto: rtrBilder
Prominente Leerstelle: Wo am Vortag noch Henri Matisse' "Lesende in Weiß und Gelb" hing, klafft in der Rotterdamer Kunsthalle heute eine Lücke. - Foto: rtr

Spektakulärer Kunstraub in der Nacht zu Dienstag: Obwohl sie einen Alarm auslösten, gelang es Dieben, sieben Meisterwerke aus der Rotterdamer Kunsthalle zu stehlen. Pikant: Die Gemälde sind Leihgaben für eine Jubiläumsausstellung.

Ein spektakulärer Kunstraub erschüttert die Niederlande. Sieben Meisterwerke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Claude Monet, Paul Gauguin, Meyer de Haan und Lucian Freud wurden in der Nacht zu Dienstag aus der „Kunsthal Rotterdam“ gestohlen. Im einzelnen handelt es sich um „Tete d’Harlequin“ (1971) von Picasso, „La Liseuse en Blanc et Jaune“ (1919) von Matisse, „Waterloo Bridge, London“ und „Charing Cross Bridge, London“, beide 1901 von Monet, „Femme devant une fenetre ouverte, dite la Fiancée“ (1888) von Gauguin, „Autoportrait“ (1889-1891) von Meyer de Haan und „Woman with Eyes Closed“ (2002) von Freud.

Wie die niederländische Zeitung „De Volkskrant“ auf ihrer Website meldet, ist der Einbruch nach Angaben der Polizei zwischen drei und vier Uhr morgens nach äußerst präziser Vorbereitung erfolgt.

Bei dem Einbruch wurde Alarm ausgelöst. Die Polizei war auch schnell zur Stelle, allerdings zu spät. Nun sucht sie nach Zeugen, die in der Nacht etwas beobachtet haben könnten. Die Gemälde stammen aus der am 7. Oktober eröffneten Ausstellung „AvantGardes. The Collection of the Triton Foundation“, mit der die Kunsthalle ihr 20-jähriges Jubiläum feiert.

Der ehemalige Direktor, Wim van Krimpen, sagte im niederländischen Radio, dass viele der Gemälde aus der Triton Sammlung eine Million Euro oder mehr wert seien. Ein Verkauf dieser Bilder auf dem Kunstmarkt ist wegen ihrer Bekanntheit so gut wie ausgeschlossen. Peinlich ist es laut van Krimpen zudem, dass die gestohlenen Bilder aus einer Privatsammlung stammen. Die Triton Foundation besitzt 250 Werke von 170 Künstlern aus der Zeit von 1860 bis 1970, die die der Investor und Geschäftsmann Willem Cordia und seine Frau Marijke Cordia-Van der Laan zusammengetragen haben.

Video: Millionen-Kunstraub in Rotterdam

Cordia starb 2011 im Alter von 70 Jahren. Die niederländische Stiftung verleiht Bilder auf der ganzen Welt und tritt mit der Rotterdamer Schau erstmals seit 20 Jahren als Sammlung in die Öffentlichkeit.

Für die Geburtstagsausstellung der Kunsthalle wurden rund 125 Kunstwerke ausgewählt. Wie die Diebe in die Kunsthalle gelangt sind, ist dem ehemaligen Direktor ein Rätsel: „Vielleicht über das Dach. Es ist ein stabiles massives Gebäude. Da kann man nicht durch die Fenster einsteigen.“ Die jetzige Chefin der Kunsthalle, Emily Ansink, sagte dem „NRC Handelsblad“, sie sei völlig erschüttert. „Das ist das Schlimmste, was einem Museumsdirektor widerfahren kann.“ Wenn die Diebe die Bilder gestohlen haben, um sie zu verkaufen, sei das eine äußerst dumme Aktion, meint der Direktor des Auktionshauses Christie’s in Amsterdam, Jop Ubbens. Niemand wolle mit solchem Diebesgut etwas zu tun haben, weshalb es sich um einen Auftragsdiebstahl handeln könnte, sagte er „De Volkskrant“. „Dann werden sie irgendwo an der Wand hängen und wir sehen sie niemals wieder.“ Noch eher vermutet er aber eine „Entführung“ der Bilder. Die Diebe könnten Lösegeld fordern, etwa eine Million Euro allein für den Matisse.

Die ausschließlich für Wechselausstellungen vorgesehene Kunsthalle am Westzeedijk liegt in Nachbarschaft des renommierten Museums Boijmans Van Beuningen am Museumspark und wurde von Rem Koolhaas entworfen. Das Haus zählt zu den herausragenden Orten für moderne Kunst in den Niederlanden. Für das Jubiläum hatte man sich ein besonders reichhaltiges Programm ausgedacht, darunter auch die erstmalige Präsentation der Sammlung der Triton Foundation. Auch die Diebe wussten dies offensichtlich zu schätzen.

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