Kunstsammlungen : Sachsen will Kulturgüter unter Schutz stellen

Angesichts der Rückforderungen des früheren Herrscherhauses Wettin arbeit Sachsen an Regelungen, die Kulturgüter in die Liste national geschützter Objekte einschreiben zu lassen. Einer Veräußerung ins Ausland könnte so Vorschub geleistet werden.

Dresden - Sachsen will wertvolle Kunstwerke als nationale Kulturgüter unter Schutz stellen lassen. Damit will das sächsische Kunstministerium sicherstellen, dass die Objekte auch weiterhin in Museen öffentlich zu sehen sind. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte in Dresden entsprechende Medienberichte. Demnach wird derzeit geprüft, inwiefern Sachsen von seinem Recht Gebrauch macht, Kunstwerke in die Liste national geschützter Kulturgüter einschreiben zu lassen. Mit dem Schritt kann eine Veräußerung ins Ausland verhindert werden.

Hintergrund sind Forderungen des ehemaligen sächsischen Herrscherhauses Wettin, das mehr als 1600 enteignete Porzellanobjekte aus den Staatlichen Kunstsammlungen zurückverlangt. Die Werke waren 1945 beschlagnahmt und zum Staatsbesitz erklärt worden.

Bereits 1999 mit früherem Herrscherhaus geeinigt

Die Wettiner hatten 1999 zugestimmt, dass ein Großteil der Objekte gegen eine Entschädigung in den Museen bleiben darf. Das ehemalige Herrscherhaus erhielt damals 24 Millionen Euro. Die Wettiner verweisen aber auf eine Klausel in der Abmachung mit dem Freistaat, die Nachforderungen möglich macht.

Berichten zufolge werden am 18. Dezember beim Auktionshaus Christie's in London fünf wertvolle Porzellanplastiken versteigert, die die Kunstsammlungen bereits an die Wettiner zurückgegeben haben. Die wertvollste davon ist ein Löwenpaar, dessen Wert auf 4,5 bis 7,5 Millionen Euro geschätzt wird. Das Bildnis eines Fuchses mit einem Huhn soll für einen Preis von zwischen 300.000 und 450.000 Euro unter dem Hammer kommen, eine Vase für 15.000 bis 22.500 Euro. (tso/ddp)

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