• Kunstskandal: Zwei Millionen Euro: Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi muss Millionen zahlen

Kunstskandal : Zwei Millionen Euro: Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi muss Millionen zahlen

Das Landgericht Köln hat entschieden: Der Käufer des gefälschten Campendonk-Gemäldes "Rotes Bild mit Pferden" erhält sein Geld zurück. Nicht vom Auktionshaus, sondern der Fälscher selbst muss die Summe begleichen.

Der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi wurde im Oktober 2011 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Foto: dpa
Der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi wurde im Oktober 2011 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.Foto: dpa

Erstmals ist der verurteilte Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi für einen Millionenschaden zur Kasse gebeten worden. Aus Beltracchis Immobilienvermögen wurden zwei Millionen Euro Schadensersatz für einen gefälschten Heinrich Campendonk an das maltesische Unternehmen Trasteco Ltd. gezahlt. Die Firma hatte die Fälschung 2006 zu einem Rekordpreis beim Kölner Kunsthaus Lempertz ersteigert. Somit wurde ein jahrelanger Schadensersatzprozess zwischen Lempertz und Trasteco durch einen Vergleich beigelegt: Trasteco erhält die gesamte Kaufsumme von rund 2,9 Millionen Euro zurück. Lempertz hatte bereits rund 800 000 Euro Kommissionsgebühr an das Unternehmen zurückerstattet; gegen ein Urteil des Landgerichts Köln vom September über weitere Schadensersatzforderungen für das gefälschte Werk „Rotes Bild mit Pferden“ hatte das Kunsthaus jedoch Berufung eingelegt.

Der Vergleich regelt nun, dass Lempertz nicht selber für den Schaden aufkommen muss, sondern die Hauptforderung von zwei Millionen Euro durch den Verkauf einer Hypothek auf ein Grundstück Beltracchis beglichen wird. Das Auktionshaus übernimmt nur einen Teil der Zinsen und die Prozesskosten. Anwalt Heribert Reiners spricht von einem „wirtschaftlich vernünftigen Ergebnis“, auch Trasteco ist zufrieden. Der Prozess hatte Aufsehen erregt, weil erstmals im Kunstfälscherskandal um Beltracchi ein Kunsthaus zu Zahlungen verurteilt worden war und das Gericht nicht als Entschuldigung anerkannte, dass auch die Auktionäre von Beltracchi getäuscht worden waren. Durch die Campendonk-Fälschung waren die Ermittler auf die Spur Beltracchis gekommen. Der Fälscher, seine Frau Helene und zwei Komplizen waren im Oktober 2011 in Köln zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt worden.

(dpa)

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