Kunstverkäufe in NRW : Auch die NRW.Bank wollte Kunstwerke verscherbeln

Am heutigen Mittwoch kommen zwei Warhol-Bilder aus dem Besitz des Casinos Aachen unter den Hammer. Inzwischen hat sich herausgestellt: Auch andere Institutionen in NRW planten den Verkauf von Kunst aus staatlichem Besitz - was in letzter Sekunde gestoppt werden konnte.

Die Andy Warhol Kunstwerke «Triple Elvis» (1963, links) und «Four Marlon» (1966). Die Westdeutschen Spielbanken wollen die Bilder diesen Mittwoch in New York bei Christie's versteigern lassen und erhoffen sich dafür 100 Millionen Euro. Foto: Christie`s/The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc/dpa
Die Andy Warhol Kunstwerke «Triple Elvis» (1963, links) und «Four Marlon» (1966). Die Westdeutschen Spielbanken wollen die Bilder...Foto: Christie`s/The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc/dpa

Neben anderen Unternehmen des Landes Nordrhein-Westfalen hat offenbar auch die NRW.Bank vor einem Jahr den Verkauf wertvoller Kunst aus staatlichem Besitz geplant. „Es gab unterschriftsreife Verträge für den Verkauf von zwei Werken des Künstlers Sigmar Polke“, zitiert die „Rheinische Post“ einen Insider aus dem Umfeld der Bank. Auf Druck der Landespolitik sei der Handel in letzter Sekunde gestoppt worden.

Die NRW.Bank räumte die Verkaufspläne ein. Zuvor seien die Werke Museen als Dauerleihgabe angeboten worden. „Nachdem zunächst kein Interesse seitens der Museen bestand, wurde ein möglicher Verkauf angedacht“, erklärte die landeseigene Bank dem Bericht zufolge. Der Erlös habe für die Kunstnachwuchsförderung eingesetzt werden sollen.

Bei den Warhol-Gemälden hofft der Casino-Betreiber auf einen Erlös von 100 Millionen Euro

Für heftige bundesweite Kritik sorgte zuletzt die an diesem Mittwoch anstehende Veräußerung von zwei Warhol-Gemälden aus dem Bestand der ebenfalls landeseigenen Westspiel-Gruppe. Der Casino-Betreiber will die Werke „Triple Elvis“ von 1963 und „Four Marlons“ von 1966 in New York versteigern lassen und hofft auf einen Erlös von 100 Millionen Euro. In einem offenen Brief hatten 26 deutsche Museumsdirektoren den Warhol-Verkauf als Tabubruch kritisiert. Die Versteigerung wurde nicht gestoppt, weil das Auktionshaus Christie's bereits eine Verkaufsgarantie für die Bilder abgegeben habe.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wies in ihrer Antwort an die Museumsdirektoren darauf hin, dass die beiden Warhol-Kunstwerke kein nationales Kulturgut seien und die rechtlich und wirtschaftlich eigenständige Westspiel-Gruppe für den Verkauf zuständig sei. Nach dem Wirbel um die Kunstverkäufe liegt dem Düsseldorfer Kulturministerium laut Zeitungsbericht inzwischen eine vollständige Aufstellung der Kunstwerke in Besitz der Landesunternehmen vor.

Die beiden Polke-Bilder der NRW.Bank sollen nach dem Stopp der Verkaufspläne jetzt als Dauerleihgabe an zwei Museen gehen, wie es hieß: Das Werk „Hüter der Schwelle“ werde bald im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zu sehen sein, das Werk „Primavera“ in der Kunstsammlung NRW. epd

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