KURT KRÖMER IM AVANTGARDETEMPEL „Room Service“ : Schluss mit Kackbratze

Sandra Luzina

A Star is born! Kurt Krömer, Berlins bester und berühmtester Komiker, hat schon alle Kleinkunstpreise kassiert. Nun erobert der Natural Born Neuköllner auch die große Bühne. Ausgerechnet im Avantgardetempel Schaubühne feiert er sein Coming Out als richtiger Schauspieler. Kurt Krömer trat hier zunächst im Foyer auf und füllte dann bald auch größere Säle, wo er seine eigenen Shows im Bühnenbild der gerade laufenden Stücke präsentierte. Es kam, wie es Krömer inständig erhofft hatte. Thomas Ostermeier entdeckte das Bühnentalent und engagierte ihn nun für seine neue Inszenierung, natürlich eine Komödie.

„Room Service“, das 1937 mit großem Erfolg am Broadway uraufgeführt und 1938 von den Marx Brothers verfilmt wurde, ist bis heute ein unverwüstlicher Boulevardkracher geblieben. Die Komödie handelt von einer abgehalfterten Theatertruppe, die unbedingt noch mal eine Produktion auf die Beine stellen will. Kurt Krömer spielt den unverfrorenen Produzenten Gordon Miller, der nichts unversucht lässt, um das nötige Kapital zu besorgen. „Room Service“ ist eine herrliche Komödie über die Kunst der Täuschung – und zeigt zudem, dass es eine Menge Verrücktheit und auch kriminelle Energie braucht, um Theater zu spielen. Für Krömer ist nun Schluss mit „Na Du alte Kackbratze“. Das begnadete Improvisationstalent musste das das Textbuch lernen und sich eigene Gags weitgehend verkneifen. Dass Krömer den anderen Akteuren die Schau stiehlt, darauf kann man wetten. Der Mann kann schließlich von sich sagen: „Ich mache keine Witze. Ich bin der Witz.“ Sandra Luzina



Schaubühne, Mi 31.10., 20 Uhr (ausverk. Premiere), Do/Fr 1./2.11., 20 Uhr, So 4.11., 16 Uhr, 6-38 €

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