KURZ & KRITISCH : Große Freiheit bei den Klazz Brothers

Die Klazz Brothers im Tipi am Kanzleramt vermischen Klassikmusik und südamerikanische Rhythmen und bleiben dabei cool.

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Beim Turniertanz wird zwischen Standard und Latein unterschieden, in der Musik zwischen E und U. Die Klazz Brothers machen sich einen Spaß daraus, den Inhalt dieser vier Schubladen einfach zusammenzukippen. Da werden Klassik-Standards von Mozart, Brahms und Co. mit südamerikanischen Rhythmen kombiniert, auf dass sich ihr melodisches Potenzial in heißen Sessions entfalte. Und tatsächlich: Wenn die beiden Kubaner Alexis Herrera Estevez und Elio Rodriguez Luis ihre Congas und Bongos traktieren, wenn Tim Hahn an den Drums weitere Beats beisteuert, Kilian Forster seinen Kontrabass zupft und Bruno Böhmer Camacho am Piano in die Tasten greift, entsteht ein Sound, der die Wunschkonzertnummern in eine neue Dimension katapultiert. Weil die fünf Musiker ebenso witzig wie virtuos sind, weil sie sich als echte Jazzer alle Freiheiten des Improvisierens nehmen, wilde, endlose Soli hinlegen, jammen, scatten und pfeifen, bis im Tipi am Kanzleramt kein Fuß mehr stillsteht. Crossover kann so cool sein (noch bis 27. Juni).

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