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KUNST

Raum für Notizen: drei Künstlerinnen

in der Galerie Parterre

In einer Ausstellung, die sich dem äußerst verzwickten Thema „Raum“ widmet, wäre es naheliegend, bildhauerische Arbeiten zu zeigen. Überraschenderweise findet sich bei den drei Künstlerinnen von „x auf y abgerollt / x in y eingewickelt“ in der kommunalen Galerie Parterre nur ein dreidimensionaler Beitrag (bis 11. Juli, Danziger Straße 101, Mi –So 14 –20 Uhr). Ein rot bemalter Laufsteg von Veronike Hinsberg verbindet ein Zimmer mit dem nächsten. Und er schlägt, sinnbildlich, eine Brücke zu den übrigen Werken. Denn die horizontalen Holzbretter sind gleichsam die Übersetzung von Fläche in Raum – so wie die hier gezeigten Zeichnungen und Collagen umgekehrt versuchen, Räumlichkeit ins Zweidimensionale zu übertragen.

Verwandt sind sich die Künstlerinnen in ihrem Umgang mit Mustern und Ornamenten: Juliane Laitzsch baut in ihren geometrischen Bleistiftzeichnungen auf das räumliche Vorstellungsvermögen, das sich an Überschneidungen, Perspektivlinien und Verkürzungen orientiert. Sie schraffiert das Dessin eines mittelalterlichen Seidenstoffes aus dem vorderen Orient auf vier Papierbögen, simuliert Faltenwurf und erinnert daran, dass Textilien zum Einhüllen von Körpern gedacht sind. Anke Becker nähert sich der Aufgabenstellung auf inhaltlicher Ebene. In ihren Collagen aus geklebten Mehrecken richtet sie Landschaften und Sehnsuchtsorte ein, in denen Blumen blühen, Wüsten auf Wellen treffen, Täler auf Berge. Synapsen triezend vielfältig haben sich die drei Künstlerinnen mit mathematischen, psychologischen und künstlerischen Fragen auseinandergesetzt. Anna Pataczek

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