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KURZ  &  KRITISCH : KURZ  &  KRITISCH

von

KLASSIK

Die Göttliche: Diana Damrau

singt Liszt und Rachmaninow

Die Seelenekstase ist an diesem Abend ihre Spezialität: Das Schwelgen und Schmachten, die kapriziös hysterisierte Empfindsamkeit, die Erotik der Angstlust. Ein monothematisches Recital an der Deutschen Oper, Diana Damrau singt Liszt und Rachmaninow, deutsche Heine- und Goethe-Lieder, französische VictorHugo-Vertonungen, italienische PetrarcaSonette und russische Dramolette. Liebestheater und Todessehnsucht, Exaltation und Depression, Koketterie und Tändelei, Glut und Wut. Ganz große Oper en miniature – leider in altmodisch angestaubtem Rahmen mit Kronleuchtern, Kunstblumen in Prunkvasen, wallender Satinrobe und affektierter Gestik. Warum geht das nicht anders, dem Zauber von Damraus Stimme zuliebe?

Ein wie aus der Zeit gefallener Liederabend, an dem man das vitale, freche Bühnentemperament der so selten in Berlin auftretenden 40-jährigen Sopranistin vermisst. Zumal Helmut Deutsch am Klavier den Weichzeichner ansetzt, wenn auch mit perfektem Fingerspitzengefühl. Sei’s drum: Hier gilt’s dem Kunstlied, der Natur des im Hochartifiziellen verborgenen Sentiment, der unversehens bloßliegenden Nerven. Damrau modelliert die Töne mit feinem Vibrato, lässt sie kurz aufblühen und wieder ersterben, schleudert sie energisch von sich, um sie dann bis zur Tonlosigkeit auszubleichen. All das betört auch als abstrakte Zurschaustellung spätromantischer Theatralität. Von der Brillanz ihrer Spitzentöne zu schweigen oder den zarten Piano-Fäden, die Damrau zu spinnen weiß. Die Schöne und das Biest: Manchmal umkreist sie mit ihrer Stimme den eigenen Gesang wie ein erregend fremdes, unsichtbares Riesengebilde. Jubel, drei kurze Zugaben, hinterher scharen sich die Fans am Bühneneingang. Christiane Peitz

ROCK

Die Überirdischen: X Japan

in der Columbiahalle

Veteranen stellt man sich eigentlich anders vor. Alle fünf Mitglieder der 1982 gegründeten und nach langer Pause 2008 reformierten Nippon-Metal-Band X Japan sind jenseits der 40, aber man sieht es ihnen nicht an. Kein Gramm Fett an sehnigen Körpern – und kaum ein Anzeichen von Erschöpfung nach zwei Stunden musikalischer Höchstleistung in der Columbiahalle. Denn Sport ist das allemal. Vor allem Drummer Yoshiki verausgabt sich, als gäbe es kein Morgen. Dauernd im roten Bereich dreschflegelnd, sprintet er beim obligatorischen Zehnminutensolo mehrmals zum gläsernen Flügel, um ein paar Takte von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ oder anderer Klassik- Gassenhauer zu klimpern. Yoshiki ist Herz, Lunge und Seele der Band. Wie ein Bruder von Iggy Pop tobt er auf seinem Podest herum, wälzt sich am Boden, schreit entfesselt den „We are X“-Kriegsruf und stammelt sich durch eine wirre, rührende Dankesrede an die treuen Fans, die ihnen das Comeback ermöglicht haben.

X Japan sind Miterfinder des Visual- Kei-Pops. Das ist wie ein vertonter Manga: wild, schnell, bunt, bizarr. Auf der Bühne klingt das oft nach Scorpions on 45 – die Hannoveraner waren in Japan schon Superstars, als sie hier noch durch die Provinz tingelten. Neben Speedmetal- Geschredder haben X Japan noch ein zweites Songformat im Angebot: die orgiastische Powerballade, deren Refrain von einem tausendstimmigen Chor minutenlang weitergesungen wird. Das alles ist völlig sinnloser, aber grandioser Hyperkitsch und macht – wenn man sich darauf einlässt – besinnungslos glücklich. Selten nach einem Konzert so viele verheulte Gesichter gesehen.Jörg Wunder

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