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POP

Für immer Party:

Frittenbude im Astra

Die Tiere sind unruhig. Hinten auf der Bühne hüpft die Crew in Bärenkostümen, vorne performen die drei Herren der Frittenbude. Sie singen von Clowns und Helden, gegen Nazis und vom alltäglichen Kampf. „Malt ein Herz mit den Händen in die Luft“, sagt Sänger Johannes Rögner, „denn die Welt ist hässlich.“ Spätestens bei „Mindestens in 1000 Jahren“ läutet das sehr junge Publikum hüpfend und feiernd das Wochenende ein. Die aus dem niederbayerischen Geisenhausen stammende Band, mittlerweile in Berlin ansässig, feiert das Erscheinen ihres dritten Albums „Delfinarium“ im Astra. Darauf klingen Frittenbude, deren Sound sich zwischen Hip-Hop, Elektro und Indie ansiedelt, gereifter und reflektierter. Die Ware ist etwas weniger heiß und fettig, langsam stößt man in die Gourmet-Pommes-Liga vor. Live aber steht die Band nach wie vor für subversiven, harten Elektrosound. Neue, radiotaugliche Songs wie „Wings“ oder „Einfach nicht leicht“ werden genauso bejubelt wie der Althit „Jung, abgefuckt, kaputt und glücklich“. Diesen Attributen entsprechend verlässt das Publikum um kurz vor zwölf die vom Schweißdunst durchzogene Halle. Jens Uthoff

ARCHITEKTUR

Hoch hinaus: Gigon/Guyer

in der Architektur Galerie Berlin

Dias, von mehreren Projektoren parallel auf weiße Wände geworfen, sind nicht die schlechteste Methode, sich der Architektur anzunähern. Noch besser sind Filme, wie sie jetzt in der Architektur-Galerie Berlin zu sehen sind (Karl-Marx-Allee 96, bis 23.6., Di-Fr 14-19, Sa 12-16 Uhr). Die Ausstellung gilt dem Züricher Büro Gigon/Guyer. Ihr Erstling von 1992, das Kirchner-Museum in Davos, wurde gleich ein Meisterwerk und fehlt in keiner Liste vorbildlicher Museumsbauten. Mit diesem Thema haben sich Annette Gigon und Mike Guyer in den ersten Jahren ihres 1989 gegründeten Büros beschäftigt. Mittlerweile bauen sie zahlreiche Apartmenthäuser – und den „Prime Tower“ in Zürich, das Hochhaus-Wahrzeichen der neuerdings baulich stark expandierenden Wirtschaftsmetropole. Wen die Ausstellung animiert, der sollte zu dem jüngst erschienenen zweiten Band des Werkverzeichnisses greifen (Arbeiten 2001–2011, Lars Müller Publishers, 576 S., 58 €). Bernhard Schulz

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