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Hüpfburg und Muckibude:

Apokalypso Label Night im Bei Roy

Ein Abend mit Felix Kubin birgt Besonderes. Das wissen auch die 250 Leute, die sich im Neuköllner Bei Roy einfinden. Der Hamburger Kubin gehört seit den frühen Achtzigern zu den Elektronik-Vorreitern hierzulande. Heute stellt er vier Interpreten seines neuen Labels Apokalypso vor, das ausschließlich 7-Inch- Schallplatten veröffentlicht.

Der Hinterhofclub, eine ehemalige Aluminiumfabrik, ist ausverkauft. Kondenswasser rinnt die Fensterscheiben hinunter. Die Berliner Broca Areal beeindruckt das wenig. Sie überzeugen nicht nur mit der Rezitation des durch Gustaf Gründgens bekannt gewordenen Stücks „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“, sie zeigen in ihrer Wortkunst zu knarrenden, einfachen Beats auch, dass sie dem Hipstervolk genau aufs Maul schauen. „Ziemlich wicked, bisschen weird, aber nice“ gerät genauso zum Hit wie „Muckibude“. Danach entfesselt Gelbart eine One-Man-Synthie-Gute-Laune-Orgie, bevor das Duo On + Brr die Herzen zum Schmelzen bringt. Die kräftige Bassstimme des klassisch singenden Rodion Levin füllt den Raum, dazu surren die elektronischen Töne seines Kompagnons Bee Master. Zum Abschluss kommt Felix Kubin selbst auf die Bühne. Mit Leichtigkeit bringt er auch die letzten Besucher zum Zappeln. Der 43-Jährige hüpft – am Keyboard hantierend – enthusiastisch über die Bühne und spielt ein großartiges Disco-Set mit wunderbaren Achtziger- Sounds. Und in das „schwarze Loch“, von dem er singt, kann bei der immensen Energie, die er verbreitet, vorerst keiner fallen. Jens Uthoff

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