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TANZ

Cuba libre: Ballet Revolución

im Admiralspalast

Noch am Montag sind sie vor der Queen aufgetreten, in der legendären Royal Albert Hall in London. Nun sind die Kubaner von Ballet Revolución zurück im Admiralspalast (Friedrichstraße 101). Wer die Show bei ihrem letzten Gastspiel im Februar verpasst hat, hat jetzt bis zum 2. Dezember noch einmal die Gelegenheit, das kubanische Tanzwunder zu bestaunen.

Und das hat es in sich: Viele der Tänzer wurden an der berühmten Escuela Nacional de Ballet in Havanna ausgebildet und verbinden überragende Tanztechnik mit einem überschäumenden Temperament. Nach einem Prolog, einem klassischen Schwebetraum mit der herausragenden Barbara Patterson Sánchez und vier Ballerinos, stimmt die Band kubanische Rhythmen an – und das 18-köpfige Ensemble fegt in einem energiegeladenen Stilmix über die Bühne. Die sechsfachen Pirouetten und waghalsigen Sprünge des Balletts kombinieren sie mit Hip-Hop-Moves oder Afro-Cuban-Elementen. Man merkt, dass die Choreografen, die diese Revue entwickelt haben, aus zwei Welten kommen, aber beide echte Showprofis sind. Der Australier Aaron Cash und der Kubaner Roclan Gonzales Chavez passen zusammen wie die Cola und der Rum in einem Cuba libre.

Dass die Kubaner weltweit führend im Männertanz sind, wird dabei als Trumpf ausgespielt. Nach schwülstigen Paarszenen ist man froh, wenn wieder die furiose Boygroup übernimmt. Die Tänzer absolvieren lässig die anspruchsvollen Sprungkombinationen, beginnen dann wieder einen unverschämten Flirt mit dem Publikum. Einmal werden sie sogar auf penetranten Sexappeal nach US-amerikanischem Vorbild getrimmt, wobei sie ihre T-Shirts ausziehen und ihren modellierten Oberkörper abtupfen. Doch die Hengst-Nummer wird mit einem Augenzwinkern präsentiert – und bald bricht wieder das Temperament durch. Mambo, Tango und der ausgelassene Cumbanchero sind die Höhepunkte der Show. Die ist zwar choreografisch nicht immer erste Sahne. Doch die kubanischen Tänzer sind eine Klasse für sich. Sandra Luzina

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