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Jens Hinrichsen

KUNST

Gelackt: Eine Sonderschau

im Museum für Asiatische Kunst

Der Teller ist klein und unglaublich fein geschnitzt. Er stammt aus der Song-Dynastie (960–1279) und ist eines der Lieblingsstücke von Barbara Piert-Borgers. Was die Sammlerin und ihr Mann Walter Borgers in 15 Jahren in Köln zusammengetragen haben, ist jetzt in der Sonderschau „... in Lack getränkt“ im Museum für Asiatische Kunst zu sehen (Lansstraße 8, bis 3.1., Di–Fr 10–18, Sa u. So 11–18 Uhr): 70 Exponaten aus 1000 Jahren chinesischer Lackkunsttradition.

Für ostasiatischen Lack wird der Lackbaum angezapft und sein Harz mit Zinnober, Metallen oder Ruß eingefärbt. Der mehrfarbige Aufbau des Lacks wird dann zu raffinierten Farbkontrasten und Reliefstrukturen genutzt. Neben geschnitzten Schalen, Dosen oder buddhistischen Kultgegenständen prunkt die Ausstellung mit schillernden Intarsienarbeiten. Zu den prachtvollsten Stücken zählt ein Tablett aus der Ming-Dynastie (1368–1644), dessen figürliches Dekor aus Perlmutteinlagen eine sagenhafte Szene zeigt: Die „Acht Daoistischen Unsterblichen“ harren der Ankunft des auf einem Kranich heranschwebenden „Gottes des Langen Lebens“. Auf einem Thronensemble des 17. Jahrhunderts in der museumseigenen Dauerausstellung ist das Ereignis ebenfalls zu sehen, neben weiteren Kostbarkeiten aus der Sammlung, die die Sonderschau flankieren. Jens Hinrichsen

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