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Florian Zimmer-Amrhein
Foto: Promo
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ROCK

Flug des Phönix: Tenacious D

in der Zitadelle Spandau

Wenn Schauspieler Jack Black und Comedian Kyle Gass mit ihrem Spaßprojekt Tenacious D ein Konzert geben, weiß man nie so recht, ob man lachen oder ehrfürchtig lauschen soll. Als die beiden in T-Shirt und Shorts auf die Bühne der Zitadelle Spandau watscheln, sehen sie jedenfalls so aus, als hätten sie sich erst wenige Minuten zuvor von ihrer Couch in Los Angeles aufgerafft. Doch was folgt, ist ein nahezu perfekter, knapp zweistündiger Auftritt, bei dem eigentlich nur die verhaltene Stimmung im Publikum stört. Das Konzert ist bloß mäßig besucht.

Während des Eröffnungssongs „Rize of the Fenix“ erhebt sich ein riesiger, aufblasbarer Phönix auf der Bühne, der von Weitem verdächtig wie ein geflügelter Penis aussieht. Das ist nur der erste von vielen Showeffekten mit Unterleibshumor, die bei Songs wie „Double Team“ oder dem als Zugabe gespielten „Fuck Her Gently“ voll aufgehen. Jack Black, der mit Filmen wie „School of Rock“ und „High Fidelity“ bekannt wurde, trägt seine Blödeltexte mit gespieltem künstlerischen Ernst vor. Er grimassiert und fuchtelt herum wie ein Wahnsinniger und trifft trotzdem bei jeder noch so schrägen Gesangseskapade zielsicher den Ton. Und der füllige Kyle Gass ist ein begnadeter Gitarrist. Spätestens nach seinen Soloeinlagen hat man den Eindruck, echte Rockgiganten vor sich zu haben oder zumindest eine verdammt gute Persiflage davon. Florian Zimmer-Amrhein

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