Kultur : KURZ & KRITISCH

Julia Kranz

MUSIKKABARETT

Schaum

und Schlager

Heiß geht es zu unterm Dach des BKA-Theaters. Wenn die Male Babes eindeutig zweideutige Töne anschlagen, gibt es unter dem überwiegend männlichen Publikum kein Halten mehr: Ob Sänger Martin Heim zu ulkigen Salsa-Rhythmen mit dramatischen Gesten seinen Tanzlehrer anschmachtet oder mit schrägem Gesang versucht, seinem Liebeskummer Ausdruck zu verleihen – es dreht sich bei Drei Männer, Küche, Bad, wie der Titel unschwer erahnen lässt, doch letztlich immer wieder um das gemeinsame WG-Leben in Köln-Kalk (wieder ab morgen bis 14. September sowie vom 17. September bis 19. September, 20 Uhr).

Besonders in der Badewanne ereilten ihn kreative Momente, erzählt Sänger Martin Heim augenzwinkernd. Überhaupt ist bei den drei ausgebildeten Musikern die Badewanne das, was in Hetero-WGs die Küche ist. Hier treffen sich die Jungs, gerne auch morgens um vier nach durchzechter Nacht. Und was ihnen im Schaumbad einfällt, mixen sie mit viel Tamtam zu einem musikalischen Potpourri. Von schnulzigen Bossanova- Adaptionen bis hin zum Katzenjammer-Crescendo in „Es ist zu spät“ oder einer orgiastischen Ode an ihren Putzfetisch. Das Trio, das gern mit Klischees und öfter in Berlin als in Köln spielt, tingelt schon seit Jahren über diverse Kleinkunstbühnen – auch auf Solopfaden. Mit spitzer Zunge singen die Glitzerdiven zu eigenen Kompositionen und fremden Hits auch Ernsteres, über Homophobie oder das Für und Wider einer Eheschließung. Zumeist aber geht es ausgesprochen heiter zu, wenn Heim seine WG-Genossen und Bandkollegen Rainer Scheurenbrand (Gitarre) und Gregor Schwellenbach (Bass) becirct. Nebenbei sind die drei jungen Männer wunderbar leichthändige Musiker, was denjenigen ein Trost sein kann, die ihren mitunter tuntigen Humor nicht teilen. Julia Kranz

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