Kultur : KURZ & KRITISCH

Ulrich Clewing

AUSSTELLUNG

Spur

der Steine

Viele Jahrhunderte lang zählten die Handelsstädte der Seidenstraße zu den reichsten überhaupt. Im späten 14. Jahrhundert herrschte der mongolisch-türkische Eroberer Timur gar für kurze Zeit über ein ganzes Weltreich – es ist längst vergangen, aber seine architektonischen Überreste sind so eindrucksvoll wie die Ruinen des antiken Rom oder die frühchristlichen Kuppelbauten Istanbuls. Buchara, Samarkand, Rabat i Malik: klingende Namen, die für atemberaubende Pracht stehen, für mächtige Festungen, grandiose Moscheen und riesige Grabmale, verziert mit überbordenden Ornamenten, kunstvollen Mosaiken und grün-blau schimmerndem Fassadenschmuck. Unter dem Titel Himmelsfarbe und gebrannte Erde – Ziegelarchitektur in Usbekistan präsentiert das Museum für islamische Kunst eine Ausstellung mit Bildern der Stuttgarter Fotografin Karin Eisenmann: In ihrer Mischung aus Einzelansichten, Panoramen und brillanten Details geben sie eine Ahnung davon, wie überwältigend der Lockruf der Seidenstraße heute noch immer ist (Pergamon-Museum, Di–So 10–18 Uhr, Do 10–22 Uhr, bis 12.September). Leider hat man für die Fotos keinen anderen Platz finden können als das Treppenhaus, was die Betrachtung zu einem nur beiläufigen Vergnügen werden lässt.

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FILM

Kind

des Teufels

Das Kino tut sich schwer mit dem Klonen. Denken wir nur an Rolf Schübels „Blueprint“. Dort ließ sich die unheilbar kranke Konzertpianistin Franka Potente künstlich befruchten in der Hoffnung, die ebenfalls von Franka Potente gespielte Tochter werde ihr Leben weiterführen. Die Probleme dabei waren typische Mutter-Tochter-Konflikte, die KlonThematik selbst wurde verschenkt. Auch der Brite Nick Hamm („The Hole“) leistet zur Klondebatte keinen besonders anregenden Beitrag. Für ihn ist der Wunsch eines Ehepaares, den tödlich verunglückten Sohn rekonstruieren zu lassen, nur Anlass für ein unangemessen feierliches „Omen“-Remake.

Die Story von Godsend (in 8 Berliner Kinos, OV im Cinestar Sony-Center): Die trauernden Eltern Paul und Jessie ahnen nicht, dass verdorbenes Material in Jessies Unterleib eingeführt wurde. Der aus dem Experiment hervorgehende Sohn sieht zwar aus wie das tote Original, hat jedoch böse Gene. Ein Kind des Teufels. Leider kein teuflisches Vergnügen. Gut, dass wenigstens Robert de Niro mitspielt. Sämtliche Auftritte absolviert er mit Augenzwinkern. Frank Noack

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