Kultur : KURZ & KRITISCH

Jürgen Tietz

ARCHITEKTUR (1)

Farbe

bringt Freude

Bauen im Bestand gehört zu den Zukunftsaufgaben für Architekten. Dabei sind nicht immer spektakuläre Interventionen möglich – zumal wenn das zur Verfügung stehende Budget klein ist. Dass es dennoch zu ansprechenden Lösungen kommen kann, zeigt der Blick auf die drei lang gestreckten Kasernenriegel auf Fort Hahneberg in Spandau. In den Dreißigerjahren errichtet, wurden sie zu DDR-Zeiten von der NVA genutzt. Die Ergebnisse ihrer Sanierung für das Oberstufenzentrum für Bautechnik durch das Büro Dierks, Kunze, Oevermann (dko) werden jetzt in der Galerie suitcase architecture unter dem Titel „farbe_froh“ vorgestellt (Choriner Straße 54, bis 8. Oktober. www.suitcasearchitecture.de). Auch eine derart alltägliche Herausforderung gilt es zu bewältigen. Schließlich wollten DKO nicht nur den Kasernenmief aus den Häusern vertreiben. Zusätzlich standen die Architekten vor der Frage, wie mit wenig Aufwand die jeweils 33 Meter langen Flure der Häuser so gestaltet werden konnten, dass sie zwar als zusammengehörig erfahrbar bleiben, aber zugleich unterscheidbar werden. Die Entscheidung fiel zugunsten einer farblichen Intervention: Während man die Windfänge jeweils in leuchtendes Rot tauchte, wurden die Flure selbst durch drei verschiedene Grüntöne differenziert. Durch die Strukturierung in unterschiedliche Farbfelder verfügt nun jedes der drei Gebäude über seine eigene Note – und einen Wiederkennungseffekt.

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ARCHITEKTUR (2)

Bauen

macht Spaß

Der Architekt Hugo Häring, der durch sein Bauen und Denken vor allem im Berlin der Zwanzigerjahre bekannt wurde, stammt eigentlich aus dem oberschwäbischen Biberach. Das nahm der Bundesverband deutscher Architekten (BDA) von Baden-Württemberg zum Anlass, seinen alle drei Jahre auszulobenden Architekturpreis nach ihm zu benennen. Es gibt den „kleinen Hugo“, die in den 14 Kreisgruppen vergebene „Auszeichnung Guter Bauten“ (142 im vergangenen Jahr) und den „großen Hugo“, den in der zweiten, landesweiten Auswahlstufe sieben Projekte erhielten. Die Baden-Württembergische Landesvertretung in Berlin stellt nun in einer Ausstellung die Leistungsschau schwäbischer Häuslebauer vor – nicht nur schwäbischer, denn auch zwei Berliner Teams sind mit von der Partie: Barkow Leibinger mit einer Laserfabrik in Ditzingen und Jürgen Meyer H. mit dem Stadthaus Ostfildern (Tiergartenstr. 15, bis 24. September). „Bauen macht bekanntlich Spaß“, bekannte der regionale BDA-Vorsitzende Ben Kauffmann zur Eröffnung und verwies auf Innovationskraft und Experimentierfreude im deutschen Südwesten. Falk Jaeger

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