KURZBIO UND GEBURTSTAGSGABEN : Einsam, wortkarg, unerbittlich

So lebenslang vielseitig kreativ wie Clint Eastwood, am 31. Mai 1930 in San Francisco geboren, ist unter den Kino-Großen Amerikas wohl nur Woody Allen. In 66 Filmen ist Eastwood aufgetreten, 35 hat er inszeniert und sich in zwei Dutzend davon, meist als Hauptdarsteller, selber besetzt. Eine Karriere zudem für die Hollywood-Ewigkeit – gekrönt durch zwei Oscars für den besten Film: 1992 für den Spätwestern Erbarmungslos und das Boxerinnen-Drama Million Dollar Baby (2005).

Angefangen hat er mit Mitte zwanzig mit allerlei heute vergessenen Rollen. Berühmt wurde er mit Mitte dreißig in den Italo-Western des Sergio Leone, und mit 40 war er Harry Callahan, der härteste Cop der Welt: Sein Dirty Harry wurde, in fünf Fortsetzungen, der wohl umstrittenste Serienheld der Filmgeschichte – brutal, wortkarg, unerbittlich. Tiefe aber gewinnen seine einsamen, geradlinigen Figuren erst in den späteren Filmen, und der Moralist Eastwood entpuppt sich als Humanist. Mag sein, dass er – wie Woody Allen – künftig nur hinter der Kamera agiert, unermüdlich ist er ebenso. Gerade hat er den Thriller Hereafter abgedreht, „Hoover“ heißt sein nächstes Projekt.

Zum Geburtstag ist Richard Schickels opulenter Bildband „Clint Eastwood – Ich bin nur ein Typ, der Filme macht“ erschienen (Edel Books, 288 Seiten, 49.95 €). Die ARD zeigt ab 5. Juni wöchentlich – von seinem Regiedebüt „Sadistico“ bis zum Liebesfilm „Die Brücken am Fluss“ – neun Highlights aus

Eastwoods Schaffen.

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