Kurzfilme : Von Menschen und Mäusen

Bei den "Berlinale Shorts" wurden die besten Kurzfilme im Wettbewerb ausgezeichnet. Der Goldene Bär ging an den Favoriten David O'Reilly.

Anna Pataczek
Please Say Something
Katzenliebe. Eine Szene aus David O'Reilly's "Please Say Something". -Foto: Promo

Wenn der Kurzfilm der Spiegel des gesellschaftlichen Wandels ist, wie Dieter Kosslick behauptet, dann haben wir zurzeit einen sehr privaten, menschlichen Blick auf die Welt. Viele der 29 Filme in der Sektion „Shorts“ erzählen vor allem von einem: von der Schwierigkeit, ein glückliches Leben zu führen. Die ersten Bären der Berlinale gab es für genau diese Art des Gefühls kinos. Am Dienstagabend wurden die Besten der elf Kurzfilme im Wettbewerb ausgezeichnet. In der Jury saßen der philippinische Regisseur Khavn de la Cruz, die Schauspielerin Arta Dobroshi („Lornas Schweigen“) und Lars Henrik Gass, Leiter der Kurzfilmtage Oberhausen.

Der Goldene Bär ging an den Favoriten David O’Reilly. In seinem Animationsfilm „Please Say Something“ schildert der Ire die Probleme zwischen einem kuriosen Ehepaar, einem Mäuserich und einer Katze. Der Gatte bringt die Frau mit seinen tyrannischen Anwandlungen ins Krankenhaus, am Ende versöhnt man sich. Mit „Jade“ gewann der Brite Daniel Elliott den Silbernen Bären. Mit kargen Totalen und vielen stillen Momenten wird die Geschichte der schwangeren Schülerin Jade erzählt. Sie jobbt in einem Trailerpark an der trostlosen, gänzlich touristenfreien Küste.

Wo man auch hinschaut bei den „Shorts“ aus 17 Ländern: Sie alle spielen mit Assoziationen, Traumbildern, Erinnerungsstücken, ob der belgische Beitrag „26.4“ von Nathalie André, der britische Zeichentrickfilm „Laitue“ von Nicholas Brooks oder der Essay „A Mango Tree in the Front Yard“ von Raveendren Pradeepan. Am konsequentesten geht Susana Barriga Rodriguez in ihrer Dokumentation „The Illusion“ vor, die von der Jury mit dem DAAD-Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurde. Eine Kubanerin begegnet erstmalig ihrem Vater – doch der Mann ist im Film nie zu sehen. Das Treffen bleibt ein blinder Fleck, sowohl in der Erinnerung der Regisseurin als auch auf dem Drehmaterial. Anna Pataczek

„Please Say Something“, 12. 2., 17.45 Uhr (Colosseum 1), „Jade“, 12. 2., 22 Uhr (Cinemaxx 3), „The Illusion“, 14. 2., 22 Uhr (Cinemaxx 3)

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