Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Freie Volksbühne: Keine Gespräche über Dauer-Umzug des BE

Die Freie Volksbühne an der Schaperstraße, im Poker um den Mietvertrag des Berliner Ensembles (BE) von der Kulturverwaltung als alsbald zu beziehende Dauer-Alternative ins Gespräch gebracht, steht offenbar keineswegs in entsprechend weitgehenden Verhandlungen mit der öffentlichen Hand.Geschäftsführer Bernd Szittnick zeigte sich gestern auf Anfrage überrascht über eine von dpa verbreitete Meldung, wonach das BE "nach dem Willen der Kulturverwaltung so schnell wie möglich in die Freie Volksbühne umziehen" solle - wie berichtet, wird dabei vor dem Hintergrund der bisherigen Weigerung Rolf Hochhuths als BE-Hausherr, den von der Kulturverwaltung entworfenen Mietvertragsentwurf zu unterzeichnen, auch an eine Dauerlösung gedacht.Verhandelt werde nur über einen provisorischen Umzug während des geplanten BE-Umbaus - von Mai 1999 bis spätestens Dezember, wenn der künftige Intendant Claus Peymann dort seine erste Produktion präsentieren wolle.Die Gespräche über die Miete an der Schaperstraße - Vorstellung der Freien Volksbühne: monatlich 100 000 Mark kalt plus Personalkosten für vier Mitarbeiter - seien allerdings derzeit ins Stocken geraten.

Kernkonflikt zwischen Hochhuth, Geschäftsführer der Ilse-Holzapfel-Stiftung, und der öffentlichen Hand ist offenbar seine Forderung, das BE im nächsten Jahr während der Sommerpause sowie - wohl mit seinem Stück "Der Stellvertreter" - alljährlich im Oktober unter eigener Regie zu bespielen.Laut dpa ist von sechs Wochen die Rede.Wegen des Umbaus und auch, weil Hochhuth noch kein konkretes Vorhaben genannt habe, gebe es von Verwaltungsseite hierfür jedoch keine Garantie, heißt es in der dpa-Meldung weiter.Die Kulturverwaltung war gestern zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen; wohl aber bestätigte das Hebbel-Theater, daß man Ende letzter Woche auf Bitten der Kulturverwaltung Hochhuth das eigene Haus für vier Wochen während der Sommerpause 1999 angeboten habe.Anschließend sei das Theater jedoch fest verplant.Eine Reaktion Hochhuths, der gestern für den Tagesspiegel nicht zu erreichen war, steht noch dahin.Tsp

Designerpreis nach Stuttgart vergeben

Der Designerpreis 1998 der Raymond Loewy Stiftung (Hamburg) geht an die Designer des Stuttgarter Unternehmens Phoenix Product Design.Der mit 60 000 Mark dotierte Lucky Strike Designer Award werde damit zum achten Mal zur Förderung von zeitgemäßem Industriedesign vergeben, teilte die Stiftung am Dienstag in Berlin mit.Phoenix Product Design ist 1987 von Tom Schönherr und Andreas Haug gegründet worden.Der Betrieb mit 15 Designern, Computerspezialisten und Modellbauern arbeitet unter anderem für Marken wie Kaldewei, Lamy, Loewe und IBM.Der Preis soll den Designern am 6.November in Berlin übergeben werden.

Der Hamburger Kinder- und Jugendbuchverlag Oetinger/Dressler übernimmt zum Ende des Jahres die traditionsreichen Konkurrenzverlage Heinrich Ellermann und Erika Klopp (beide München).Wie Oetinger mitteilte, wolle man durch die Zukäufe die führende Position im Bereich Bilder-, Kinder- und Jugendbuch ausbauen.Bei Oetinger erscheinen unter anderem die wichtigsten Titel von Astrid Lindgren wie etwa "Pippi Langstrumpf".

Anna Justice, Regisseurin, hat für ihren Abschlußfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, "Tut mir leid wegen gestern", einen von RTL vergebenen, mit 25 000 Mark dotierten Förderpreis erhalten.Die SWF-Produktion, erster langer Spielfilm der dffb-Absolventin, erzählt von einer unglücklichen Liebesgeschichte.Tsp

Mit einem Besucherrekord sind die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik zu Ende gegangen."Wir haben erstmals in der Geschichte des Festivals das Einnahmesoll erfüllt, obwohl es auf 155 000 Mark hochgeschraubt worden war", sagte Marc Ernesti vom Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik.Die 70prozentige Auslastung der 21 Veranstaltungen deute auf eine steigende Akzeptanz neuer Musik.1997 lag die Auslastung nur bei 51 Prozent.

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