Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Holtzbrinck: Kiepenheuer-Beteiligung ist ausbaufähig

Nach dem Erwerb von 45 Prozent an Kiepenheuer & Witsch verfolgt die Holtzbrinck-Gruppe das Ziel, langfristig zum alleinigen Gesellschafter des Kölner Literaturverlags zu werden.Arno Mahlert, der bei der Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck unter anderem für die Finanzen verantwortlich zeichnet, sprach in diesem Zusammenhang von einem "Stufenkonzept", das auch bei früheren Verlagsbeteiligungen erfolgreich angewandt worden sei.Kiepenheuer & Witsch passe von seinen Autoren und Produkten her gut zu Holtzbrinck.Es gebe zwar gewisse Überschneidungen mit den Programmen der Konzern-Verlage Rowohlt und S.Fischer, insgesamt aber setze das Kölner Haus andere Schwerpunkte.Auch unter dem Holtzbrinck-Dach würde der Verlag eine große Unabhängigkeit genießen.Er hat unter anderem die Rechte an Werken von Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, Erich Maria Remarque, Rolf Dieter Brinkmann, Günter Wallraff sowie die deutschen Rechte an Julian Barnes, Don DeLillo und dem kolumbianischen Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez.Wirtschaftlich stehe der Verlag (etwa 27 Millionen Mark Jahresumsatz) gut da, man wisse allerdings nicht, was passiere, sollte in einigen Jahren die Buchpreisbindung fallen, sagte Mahlert. Tsp

Peter Sauerbaum will Intendant am Theater des Westens werden

Peter Sauerbaum, geschäftsführender Gesellschafter des Berliner Ensembles, hat sich als Nachfolger von Helmut Baumann auf den Intendantenposten des Theater des Westens beworben.Er habe der Senatskulturverwaltung schon Anfang des Jahres ein Konzept vorgelegt und sei bereits mit möglichen Sponsoren im Gespräch, erklärte Sauerbaum auf Nachfrage.Als Erfolgskonzept für ein volles Haus verspricht er "identifizierbare künstlerische Produktionen": Namen wie Katharina Thalbach und Peter Zadek sollen die Massen ins Theater locken.Helmut Baumann, den er als "großen Kollegen" schätze, wolle er als Regisseur unbedingt am Haus halten.Baumann, der als Mitglied der Findungskommission nicht für einen Kandidaten Stellung beziehen wollte, betonte jedoch, daß sich neben Sauerbaum noch andere Kandidaten beworben hätten.Auch der Sprecher der Senatskulturverwaltung, Axel Wallrabenstein, bestätigte, mit Sauerbaum schon Anfang des Jahres gesprochen zu haben.Für das Haus gebe es jedoch viele Interessenten.Eine Entscheidung über den künftigen Intendanten werde bis Ende Dezember fallen, so Wallrabenstein.Mit Sauerbaum konkurrieren unter anderen der TdW-Regisseur Jürg Burth und der Musicalproduzent Friedrich Kurz. Tsp

Elfriede Jelinek, diesjährige Büchner-Preisträgerin, ist jetzt Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.Das teilte eine Sprecherin der Darmstädter Literaten- und Gelehrtenvereinigung mit.Gleichzeitig veröffentlichte die Akademie ihre diesjährige Preisfrage: "Kann Literatur dem Frieden dienen?".Zu diesem Thema können Essays von 30 bis 50 Seiten eingesandt werden.Die beste Antwort wird mit 5000 Mark dotiert.Die Beiträge müssen (Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt) bis zum 30.Juni 1999 vorliegen.

Placido Domingo, Startenor und Direktor der Oper von Washington, übernimmt auch die künstlerische Leitung der Oper von Los Angeles.Domingo tritt sein Amt an, wenn Generaldirektor Peter Hemmings im Juni 2000 in den Ruhestand geht.

Das Wohnhaus von Ernst Jünger, die Wilflinger Oberförsterei, soll als Gedenkstätte eingerichtet und am 29.März nächsten Jahres eröffnet werden.Ernst Jünger war im Februar im Alter von 102 Jahren gestorben.

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