Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Schriftsteller aus aller Welt diskutieren in Berlin über Europa

"Europa - Wunschtraum oder Alptraum?" lautet das Thema eines Internationalen Schriftstellertreffens, das vom 3.bis zum 6.Dezember im Berliner Haus der Kulturen der Welt stattfindet.Das Treffen wird in Anwesenheit des Staatsministers für Kultur, Michael Naumann, mit Vorträgen von György Konrád, Claudio Magris und Peter Schneider eröffnet.Danach werden über dreißig Autoren und Intellektuelle, unter ihnen Jorge Semprún, Richard Sennett, Mario Vargas Llosa und André Glucksmann, in fünf Foren über Aspekte Europas diskutieren."Europa spielt in den Debatten der Intellektuellen keine Rolle, und dem wollen wir abhelfen", sagte Hans Christoph Buch auf der gestrigen Pressekonferenz.Buch hat das Treffen gemeinsam mit Peter Schneider, Richard Herzinger, Dieter Esche und Bernd M.Scherer organisiert.Einige dieser "Geburtshelfer der Europa-Debatte" hatten bereits vor 10 Jahren ein Internationales Schriftstellertreffen in Berlin organisiert.Unter dem Eindruck der Mitteleuropa-Debatte sowie angesichts von Perestroika und Glasnost sprach man damals über die Einheit Europas.Dieser "Traum von Europa" sei wahr geworden - nun wolle man, so Peter Schneider, die Herstellung der Einheit begleiten.

Anders als 1988 spielt die östliche Großmacht keine Rolle mehr, und auch über "Europas wilden Osten" wird nur in einem der Foren diskutiert.Die übrigen Themen - deutsch-französische Zusammenarbeit, Amerikanisierung sowie Europa und die Anderen - gelten dem Westen und Süden.Auf der Abschlußveranstaltung wollen György Dalos, Slavenka Drakulic, Harry Mulisch, Rüdiger Safranski und Antonio Tabucchi über die Rolle des Intellektuellen in Europa debattieren. JP

Der Komponist Mauricio Kagel und der Regisseur Peter Sellars sind mit dem Erasmus-Preis ausgezeichnet worden.Prinz Bernhard, Vater der niederländischen Königin Beatrix, überreichte den mit 300 000 Gulden (rund 270 000 Mark) dotierten Preis an die Künstler wegen ihrer Verdienste um die europäische Kultur.

Über 11 000 Besucher waren Gäste der diesjährigen 12.Jüdischen Kulturtage in Berlin.Attraktion war diesmal der Ballroom im Jüdischen Gemeindehaus, der ganz im Stil eines Wiener Kaffeehauses ausgestaltet wurde, gemäß dem diesjährigen Schwerpunkt Wien der Kulturtage.Ein Höhepunkt der Konzerte war das gemeinsame Auftreten der New Yorker Kantorin Rebecca Garfein mit dem Berliner Oberkantor Estrongo Nachama in der ausverkauften Synagoge in der Berliner Pestalozzistraße.

Schweden steht vor einem Schauspieler-Streik an Theatern und Opern.Ab Montag sollen bis zum 5.Dezember verschiedene Vorstellungen an sieben Bühnen bestreikt werden.Die Schauspieler-Gewerkschaft will eine Mindestgage von monatlich 16 000 Kronen (3700 Mark) gegenüber bisher 13 800 (3200 Mark) durchsetzen.

Peter Gülke, Musikwissenschaftler und Dirigent, ist mit dem mit 25 000 Mark dotierten Karl-Vossler-Preis ausgezeichnet worden.

Heiko Matthias Förster, Generalmusikdirektor der Brandenburger Symphoniker, wird zum 1.9.1999 zu den Münchner Symphonikern wechseln.Das berichtete die "Märkische Allgemeine Zeitung".ADN

Peter Pietzsch, Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, hat nach noch nicht einmal einmonatiger Amtszeit das Handtuch geworfen.Er bat bereits am 20.November brieflich um die Auflösung seines ursprünglich bis 2003 gültigen Vertrages.Trotz des Rückzugs werde die Saison 1999 wie geplant stattfinden, hieß es.

Thomas Meinecke, Autor des Romans "Tomboy", hat den mit 20 000 Mark dotierten Literaturpreis "Kranich mit dem Stein" des Deutschen Literaturfonds erhalten.

Die Vorstellung am Berliner Ensemble "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe" unter der Regie von Klaus Emmerich muß wegen Premierenvorbereitungen am 26.November ausfallen.Für die Aufführung am 25.November (19.30 Uhr) sind noch Karten erhältlich. Tsp

Hans-Martin Hinz, Mitglied der Geschäftsführung im Deutschen Historischen Museum in Berlin, ist zum Präsidenten des "Deutschen Nationalkomitees des internationalen Museumsbundes" gewählt worden.Er löst Hans-Albrecht Reff ab, der aus Satzungsgründen nicht wieder kandidieren konnte. Tsp

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