Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Literaturpreis an Essayisten P.A.Lehning

Der niederländische Publizist Paul Arthur Lehning wird mit dem bedeutendsten niederländischen Literaturpreis, dem P.-C.-Hooft-Preis, ausgezeichnet.Das teilte die Jury in Den Haag mit.Lehning erhält den mit 575 000 Gulden (rund 500 000 Mark) dotierten Preis für das Jahr 1999 vor allem für seine Essays und kulturwissenschaftlichen Studien.Von dem Preisgeld muß der Preisträger 500 000 Gulden (rund 450 000 Mark) an ein Projekt seiner Wahl geben, das etwas mit seiner Arbeit zu tun hat.Der Preis wird dem 99jährigen Lehning im kommenden Mai überreicht.Die wichtigsten Essays Lehnings sind in drei Bänden erschienen.Er hatte in den zwanziger Jahren die internationale Zeitschrift "i 10" gegründet.Er gab auch die Werke des russischen Anarchisten Michail Bakunin heraus.

Wiesel und Primor zur Walser-Debatte

Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel hat von Martin Walser eine Klarstellung seiner umstrittenen Äußerungen gefordert.Seine Rede habe "eine Tür geöffnet", durch die andere mit völlig anderen politischen Absichten eindringen könnten, schreibt Wiesel in einem offenen Brief.Er zeigt sich bestürzt über den Streit, den Walsers Rede ausgelöst hat, und wendet sich direkt an deren Verfasser: "Ich gestehe, daß ich Sie darin nicht wiedererkenne." Walser solle sich öffentlich dazu bekennen, daß zu einem "würdigen Leben" die Erinnerung gehöre.Seine Bemühung, die deutsche Jugend um jeden Preis von jeder Schuld freizusprechen, hält Wiesel für überflüssig: "Die Kinder der Mörder sind keine Mörder, sondern Kinder."

Israels Botschafter Avi Primor wiederholte seine Forderung, daß Walser durch eine Klarstellung gefährliche Interpretationen seiner Rede ausräumen solle.Er wisse nicht, was Walser mit einigen Passagen seiner Rede gemeint habe, und sei besorgt um den Einfluß, die die Äußerungen Walsers auf die deutsche Bevölkerung haben könnten.Primor hätte sich gewünscht, daß auch in der Öffentlichkeit klargestellt werde, was in den geschlossenen intellektuellen Kreisen in Bonn, Frankfurt oder Berlin über "die wirklichen Absichten des Martin Walser geflüstert" wird."Glaubwürdig", sagt Primor, "wird es dann sein, wenn der Urheber der Paulskirchenrede es richtig stellt."

Der schriftstellerische Nachlaß des 1996 verstorbenen Autors Wolfgang Koeppen ist jetzt im Besitz der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität.Die Arbeiten sind von der Peter-Suhrkamp-Stiftung in die Geburtsstadt Koeppens überführt worden und sollen in den nächsten Monaten gesichtet werden, wie der Germanist Gunnar Müller-Waldeck in Greifswald mitteilte. ADN

Tomasz Tomaszewski, 1.Konzertmeister der Deutschen Oper Berlin, wurde vom Präsidenten der Republik Polen, Aleksander Kwasniewski, mit dem Goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet.Bei der Verleihung des Ordens am 14.Dezember in der künftigen Residenz des polnischen Botschafters hält Witold Szalonek die Laudatio. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben