Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Buchpreisbindung: Naumann in Brüssel

Zur Verteidigung der Buchpreisbindung hat der Staatsminister für Kultur, Michael Naumann, von der EU-Kommission eine neue Studie über den kulturellen Wert des Buches gefordert.Bei einem Gespräch mit EU-Wettbewerbskommissar Karel Van Miert trug Naumann in Brüssel außerdem erneut Argumente für den Erhalt der Festpreise vor.Der SPD-Politiker sagte nach dem Treffen, Van Miert habe die Studie weder abgelehnt noch zugesagt.Der Kommissar erwarte eine "Argumentationsvorlage" der Deutschen und Österreicher, die ihre grenzüberschreitende Buchpreisbindung erhalten wollen.Zuvor war aus der Kommission verlautet, daß der Kommissar das Verbot im Januar oder Februar beschließen wolle, wenn bis dahin kein deutscher Kompromißvorschlag vorliege.Für eine solche Lösung habe er eigene Ideen, die er aber noch mit dem Börsenverein des Buchhandels abstimmen müsse.Als kaum praktikabel sieht Naumann den Vorschlag an, den Preis für Bücher nach einer bestimmten Frist nach der Erstveröffentlichung freizugeben.

Claus Peymann, scheidender Burgtheater-Direktor und künftiger Intendant des Berliner Ensembles, meint, der österreichische Bundeskanzler Viktor Klima lebe "ohne Kultur".Es sei "eine schauerliche Anmaßung des jetzigen Bundeskanzlers, das Kunstministerium im Nebenerwerb zu betreiben", kritisiert Peymann den Politiker in der Zeitschrift "profil".Über sein Ensemble sagte er, eine Reihe von Schauspielern hätte "aus Dummheit, Prüderie und Ignoranz jede Art von Mitarbeit verweigert".

Ingo Fessmann ist neuer Geschäftsführender Direktor des Literarischen Colloquiums Berlin.Sein Vorgänger Norbert Miller hatte das Amt acht Jahre inne.

Max Goldt, Schriftsteller aus Berlin, wird von der Hamburgischen Kulturstiftung der mit 20 000 Mark dotierte Richard-Schönfeld-Preis für Satire verliehen.

Die Dresdner Kunstsammlungen ziehen für 1998 trotz Sparmaßnahmen eine positive Bilanz.Bis zum 30.November hätten mit knapp 1,43 Millionen Besuchern ebenso viele Gäste die zehn staatlichen Museen besucht wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, hieße es am Montag.Die Museen konnten mit einem Ankaufsetat von 1,2 Millionen Mark, der im Lauf des Jahres auf 943 000 Mark gekürzt wurde, und mit Hilfe von Sponsoren 26 Kunstwerke und Sammlungen erwerben.

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