Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Theaterfestival Ruhr: Mehr Kunst statt Konkurrenz

Das Ruhrgebiet bündelt seine Theaterfeste.Die sieben zwischen Duisburg und Dortmund jedes Frühjahr miteinander konkurrierenden Veranstaltungsreihen sind unter das gemeinsame Dach eines "Theaterfestivals Ruhr" geschlüpft.Bei weiterhin unabhängiger Organisation und Finanzierung wollen die Ruhrfestspiele, die Mülheimer Theatertage sowie weitere fünf kleinere Festivals wie das Bochumer "Figurentheater der Nationen" ab 1999 mit einem gemeinsamen Marketingkonzept "mehr Kunst statt Konkurrenz" anbieten.Bis auf eine gemeinsame Eröffnungsveranstaltung, die die zum Teil weit auseinanderliegenden Aufführungsstätten verklammern soll, sind Kooperationen künstlerischer Art bislang jedoch nicht geplant.Zwischen 15.April und 15.Juni nächsten Jahres wird das erste "Theaterfestival Ruhr" an 35 Spielorten 220 Veranstaltungen offerieren.Bis dahin soll auch ein gemeinsames Ticket-System installiert sein.Wie der Leiter der Ruhrfestspiele, Hansgünther Heyme, auf einer Pressekonferenz betonte, versteht sich der Zusammenschluß als Gegengewicht zum Sog Berlins sowie der Expo 2000 in Hannover.

Bertelsmann-Archive sollen geöffnet werden

Der Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff hat zugesagt, alle Archive des Unternehmens zur Untersuchung der Verlagsgeschichte im "Dritten Reich" einer unabhängigen Historiker-Kommission zu öffnen.Zuvor hatte in der Sendung "Kulturzeit" auf 3sat der Historiker Hersch Fischler weitere Ungereimtheiten in der Verlagsgeschichte präsentiert.So sei nicht nachweisbar, daß der C.Bertelsmann Verlag von den Nazis geschlossen worden sei.Seit der Machtübernahme im Jahr 1933 habe das Unternehmen außerdem geistiges Rüstzeug für die Nazis gedruckt.

Middelhoff sagte in dem Interview, die Unternehmensführung habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagiert und die entsprechenden Seiten der Unternehmensgeschichte aus dem Internet entfernt.Es sei sicher, daß der Verlag in den Jahren der Nazi-Diktatur wirtschaftliche Nachteile habe hinnehmen müssen.So seien über 200 Hefte und 75 Bücher von den Nazis indiziert worden.

Der Düsseldorfer Soziologe Hersch Fischler hatte in einem Artikel in der Schweizer Zeitschrift "Die Weltwoche" dem Bertelsmann-Konzern vorgeworfen, die eigene Geschichte zu beschönigen.Der Verlag habe schon frühzeitig Bücher wie "Der kleine Katechismus Dr.Martin Luthers für den braunen Mann" veröffentlicht, die die Nazi-Ideologie rechtfertigten.

Festwochen sind Mahlers Gesamtwerk gewidmet

Dem Gesamtwerk Gustav Mahlers wird das Musikprogramm der 49.Berliner Festwochen (3.bis 29.September) gewidmet sein.Den Auftakt gibt das Pittsburgh Symphony Orchestra mit der Symphonie Nr.5 und den "Liedern eines fahrenden Gesellen".Auch Berliner Philharmoniker, Rundfunk- Sinfonieorchester und Rundfunkchor Berlin, Wiener Philharmoniker, SWR-Sinfonieorchester, Gustav-Mahler-Jugendorchester, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Staatskapelle Dresden, Orchester der Deutschen Oper Berlin werden sich an dem "Mahler-Festival" beteiligen.Den Schlußpunkt setzt das Berliner Philharmonische Orchester unter Claudio Abbado mit Mahlers "Lied von der Erde".

Kammeroper Rheinsberg: Neuer Vertrag für Matthus

Der Berliner Komponist Siegfried Matthus hat am Montag seinen neuen Vertrag als künstlerischer Leiter der Kammeroper Schloß Rheinsberg erhalten.Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Kammeroper und Bürgermeister von Rheinsberg, Manfred Richter, rechnet nun damit, daß die neuen Verträge für Matthus sowie für die Kammeroperdirektorin Angelika Lieder noch in diesem Jahr unter Dach und Fach kämen.Damit würden die Verträge am 1.Januar 1999 wirksam.Die weitere Zusammenarbeit mit Matthus und Lieder war nach langen Querelen Anfang Oktober vereinbart worden, nachdem Matthus im Juni angekündigt hatte, seinen Posten zum Jahresende aufzugeben.Er hatte dies mit mangelnden Entfaltungsmöglichkeiten begründet, die ihm das Kulturministerium im künftigen Schloßtheater lasse.Hintergrund war der Streit um ein gemeinsames Nutzungskonzept von Musikakademie und Kammeroper für das Theater.

Als sich eine Lösung abzeichnete, zog Matthus die Kündigung zurück.Kammeroperdirektorin Lieder hatte ebenfalls gekündigt, weil aus ihrer Sicht eine Zusammenarbeit mit Matthus nicht mehr möglich war.In den neuen Verträgen werden die Aufgabenbereiche genauer abgegrenzt sein, um Querelen zu vermeiden, so Richter.

1997 wieder mehr Museumsbesucher

Die Besuchszahlen in den deutschen Museen sind 1997 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen.Die Gesamtzahl der Besuche liegt mit 92,7 Millionen um 2,1 Millionen, das heißt 2,4 Prozent, höher als noch 1996.Grund für die Zunahme seien vor allem die Neu- und Wiedereröffnungen von Museen, informierte gestern das Berliner Institut für Museumskunde der Staatlichen Museen, das sich unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befindet und die jährliche Statistik ermittelt.

Bemerkenswert sei der deutliche Besucherzuwachs von drei Prozent in den alten Länder, hieß es.Die neuen Länder verzeichneten insgesamt einen Anstieg um 0,5 Prozent.Für die Erhebung stellten insgesamt 4274 Museen ihre Besucherzahlen zur Verfügung.In den Zahlen sind auch die Besuche von Sonderausstellungen enthalten.1997 organisierten danach 2385 Museen insgesamt 8766 Ausstellungen.

Rudolf August Oetker, der Bielefelder Unternehmer, hat eine gesamtdeutsche Stiftung für Kunst, Kultur, Denkmalschutz und Wissenschaft ins Leben gerufen.Eine Unternehmenssprecherin gab bekannt, daß das Anfangskapital von acht Millionen Mark noch in diesem Jahr auf 32 Millionen Mark erhöht werden solle.

1998 war das Jahr der "Titanic".Der Film wurde in Deutschland mit knapp 18 Millionen Zuschauern zum meistbesuchten Film des Jahres und brachte weltweit mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar in die Kinokassen.Das Werk des Regisseurs James Cameron erhielt insgesamt elf Oscars.

Die Berliner Schaubühne zeigt ihre "Onkel Wanja"-Inszenierung am 26.Januar mit Übersetzung in Gebärdensprache.Karten können über das Kulturbüro Gehörlosenzentrum, Friedrichstraße 12, Tel.252 98 030, Fax 252 98 031 bezogen werden.Diese einmalige Vorstellung beginnt mit einer Führung (17.30 Uhr) und endet mit einem Publikumsgespräch (ca.22.30 Uhr). Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar