Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Bundeszuschuß für Bayreuther Festspiele soll halbiert werden

Das Bonner Kabinett plant, noch 1999 die Bundeszuschüsse für die Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele, die Bamberger Symphoniker und die Philharmonia Hungarica zu halbieren.Die Sprecherin des Bundesfinanzministeriums, Sabine Mondorf, begründete diesen Schritt mit dem Wunsch der Regierung, eine striktere Aufgabentrennung von Bund und Ländern in Kulturangelegenheiten zu etablieren: Schließlich sei Kultur "ureigenste Ländersache".

Das Bundespresseamt betonte auf Anfrage, bereits unter der Regierung Kohl habe der Haushaltsausschuß beschlossen, die Mittel für die Bamberger Symphoniker zum Ende des Jahres 2003 und die Unterstützung für die im nordrhein-westfälischen Marl ansässige Philharmonia Hungarica zum Ende des kommenden Jahres komplett einzustellen.Die Subventionen für die Bayreuther Festspiele standen bislang jedoch nicht zur Diskussion.

Bei den Kürzungsplänen des Kabinetts geht es um rund 8,5 Millionen Mark.In dem noch vom früheren Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) vorgelegten ersten Haushaltsentwurf waren für die beiden Orchester, die nach dem 2.Weltkrieg von Emigranten aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gegründet wurden, bislang 6,8 beziehungsweise sieben Millionen Mark eingeplant.Die Bayreuther Festspiele sollten 3,22 Millionen Mark erhalten.In der Satzung der Richard-Wagner-Stiftung ist eine dauerhafte Bezuschussung durch den Bund nicht festgeschrieben.Vielmehr verpflichtet sich der Freistaat Bayern, "Zuschüsse zu gewähren, deren Gesamthöhe unter Berücksichtigung der Einnahmen der Stiftung und der von dritter Seite gewährten Zuschüsse und Leistungen die angemessene Erfüllung des Stiftungszwecks nachhaltig ermöglichen".Der Anteil der Eigenmittel der Festspiele liegt bei knapp 60 Prozent.

Die endgültige Entscheidung über die Halbierung der Bundeszuschüsse liegt beim Deutschen Bundestag.Der 1999er Haushalt wird Ende Mai im Parlament beraten.Dann soll auch über die Aufstockung des Hauptstadtkulturfonds Berlin von 60 auf 120 Millionen Mark abgestimmt werden.

Der Film- und Theaterkritiker Albert Klein ist 94jährig in Berlin gestorben.Klein wirkte schon in den legendären zwanziger Jahren als Kritiker in Berlin und erlebte unter anderem 1928 die Uraufführung von Brecht-Weills "Dreigroschenoper" im Theater am Schiffbauerdamm mit (Nachruf folgt). Tsp

Der Shakespeare-Preis der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., dotiert mit 39 117 Mark, geht dieses Jahr an den britischen Schriftsteller Ian McEwan.

Der deutsche Maler Sigmar Polke erhält den mit 100 000 Dollar dotierten israelischen Wolf-Preis, der in diesem Jahr im Bereich Kunst vergeben wird.Der Preis ist nach Ricardo Wolf benannt.

Die Deutsche Bibliothek in Frankfurt verabschiedet heute ihren Generaldirektor Klaus-Dieter Lehmann, der am 2.Februar sein Amt als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin antritt. ADN

Der spanische Schriftsteller Gonzalo Torrente Ballester ("Licht und Schatten") ist 88jährig gestorben.Der Romancier, der 1985 den Cervantes-Preis erhielt, war in der Franco-Zeit Mitglied der faschistischen Falange-Partei und ging nicht ins Exil.

Der "Prix des deux magots", der zu den ältesten französischen Literaturpreisen zählt, ist dem Schriftsteller Marc Dugain zuerkannt worden.Er erhielt die mit 15 000 Mark dotierte Auszeichnung für seinen Roman "Das Zimmer der Offiziere".

Jacques Chailley, französischer Musikforscher und Komponist, ist 88jährig gestorben.Chailley hat sich besonders um mittelalterliche Musik verdient gemacht. AFP

Zum "Buch des Monats" Januar 1999 hat die Darmstädter Jury "Das heroische Testament" von Irmtraud Morgner gewählt.Der "Roman in Fragmenten" ist im Luchterhand Literaturverlag, München, erschienen. Tsp

Das Ensemble des Deutschen Theaters (DT) in Berlin und der Intendant des Hauses, Thomas Langhoff, wollen bis zum Jahr 2003 zusammenarbeiten.Nach einer Zusammenkunft am Dienstag abend hat das Ensemble erneut Brief an Kultursenator Radunski mit der "dringenden Bitte um ein Gespräch" geschrieben, teilte das DT mit. ADN

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