Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Nach Tarifabschluß: Bühnenverein fordert mehr öffentliche Gelder

Der Deutsche Bühnenverein hat nach dem Tarifabschluß im Öffentlichen Dienst eine Erhöhung der öffentlichen Zuwendungen für Theater und Orchester gefordert.Durch eine Erhöhung der Eintrittspreise sei die Mehrbelastung der Bühnen von 100 Millionen Mark nach dem Tarifabschluß nicht zu finanzieren."Mit den Diskussionen über weitere Haushaltskürzungen in der Kultur muß jetzt Schluß sein", sagte Rolf Bolwin, der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, am Dienstag in Köln.Tarifabschlüsse im Öffentlichen Dienst werden laut Bühnenverein üblicherweise auch für Schauspieler, Sänger, Tänzer, Orchestermusiker und Bühnentechniker sinngemäß übernommen.Der Verband rechnete vor, der jüngste Abschluß im Öffentlichen Dienst koste die öffentliche Hand etwa zwölf Milliarden Mark.Das entspreche "fast dem Betrag, den die Bundesrepublik Deutschland insgesamt für Kultur ausgebe" - derzeit knapp 16 Milliarden Mark."Angesichts dessen ist es nicht mehr zu vertreten, daß Theater weitere Entlassungen vornehmen, um diesen Tarifabschluß aufzufangen", meinte Rolf Bolwin.

Der Universalist: Musikverleger Alfred Schlee in Wien gestorben

Der deutsch-österreichische Musikverleger Alfred Schlee, langjähriger Leiter des seit 1907 von Emil Hertzka als Forum für zeitgenössische Musik betriebenen Wiener Musikverlages Universal Edition, ist tot.Wie erst jetzt bekannt wurde, starb Schlee bereits am 16.Februar im Alter von 97 Jahren in Wien.Alfred Schlee wurde am 19.November 1901 in Dresden geboren.Er studierte Klavier, Cello, Musikwissenschaften und Kompositionslehre, arbeitete mit Oskar Schlemmer am Bauhaus in Dessau zusammen und war musikalischer Begleiter der Tänzerinnen Mary Wigman und Yvonne Georgi.Seit 1927 war er für den Wiener Musikverlag tätig, den er auch jahrelang in Berlin repräsentierte.In den Kriegsjahren verhinderte Schlee die Verlagerung des Verlages nach Deutschland und führte die Universal Edition zunächst mit Ernst Hartmann und Alfred Kalmus.Als Verleger von so berühmten zeitgenössischen Komponisten wie Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Luciano Berio, Gottfried von Einem und Friedrich Cerha verhalf Schlee der Universal Edition zu internationaler Bedeutung.

Der Krimiautor Michael Avallone ist im Alter von 74 Jahren in Los Angeles gestorben.Avallone, der als eines von 17 Kindern eines Steinmetzen in der New Yorker Bronx aufgewachsen war, schrieb mehr als 200 Bücher, darunter die Ed- Noon-Geschichten.Daneben verfaßte Avallone Horrorgeschichten und Kinderbücher.Für Schauerromane benutzte Avallone weibliche Pseudonyme.Von seinem Thriller "The Man From U.N.C.L.E.: The Thousand Coffins Affair" sollen weltweit über zwei Millionen Exemplare verkauft worden sein.

Steven Theodore Katz, 54, der amerikanische Religionswissenschaftler und Historiker, erhält den mit 60.000 Mark dotierten Leopold-Lucas-Preis 1999.Katz, der an der Bostoner Universität das "Center for Judaic Studies" leitet, erhält die Auszeichnung am 18.Mai in Tübingen.

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