Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Denkmalpflege als Arbeitsmarkt

Mindestens 12 Milliarden Mark jährlich werden in Deutschland für denkmalpflegerische Maßnahmen und Programme der Stadtsanierung aufgewendet.Vor allem regionale, mittelständische Betriebe profitieren von diesen arbeitsplatzintensiven Investitionen.80 Prozent der Gelder gehen in die Personalkosten ein.Unter dem Motto "Denkmalpflege und Beschäftigung" treffen sich Experten aus EU-Ländern in der Berliner Staatsoper zu einer internationalen Konferenz über Denkmalpflege.Die Veranstaltung vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalpflege findet im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentenschaft statt.Denkmalpfleger, Wirtschaftswissenschaftler und Kulturpolitiker aus 27 europäischen Staaten diskutieren, wie qualifizierte Arbeitsplätze im Bereich des Denkmalschutzes geschaffen werden können und wie sich Denkmalpflegegeld auf den Arbeitsmarkt, die lokale Infrastruktur und auf den Tourismus- und Gewerbemarkt auswirkt.Probleme macht jedoch die Statistik: In Deutschland sind etwa 1,3 Millionen Denkmäler erfaßt, in Frankreich hingegen nur 50 000.Ziel der Veranstaltung soll auch die Debatte über eine Vereinheitlichung der statistischen Standards sein. N.B.

Neue Chance für das Festspielhaus Baden-Baden

Die Zukunft des angeschlagenen Baden-Badener Festspielhauses ist trotz Zweifel aus Politik und Wirtschaft für die nächsten Jahre gesichert.Der Finanzausschuß des baden-württembergischen Landtages stimmte gestern für eine Finanzspritze in Höhe von insgesamt 6,5 Millionen Mark.Grundlage für den Zuschuß ist ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey.Darin heißt es unter anderem, grundsätzlich könne ab dem Jahr 2002 ein "ausgeglichenes" Ergebnis erwartet werden.Die Region um Baden-Baden habe doppelt soviele Klassikhörer wie Bayreuth.Eine Reprivatisierung, so die Meinung der Unternehmensberater, setze aber eine Gesellschafterstruktur der Betreibergesellschaft voraus, die sich "zumindest teilweise von mäzenatischen Überlegungen leiten" lasse.

Zuvor hatten die Regierungsfraktionen im Stuttgarter Landtag von CDU und FDP den Weg für einen Landeszuschuß von rund 6,5 Millionen Mark freigemacht, ebenso gab der Baden-Badener Gemeinderat grünes Licht für eine Summe in gleicher Höhe.

Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln bereitet sich auf einen Umzug vor.Wie das Museum am Donnerstag mitteilte, soll der Museumsneubau, der gegenwärtig in Arbeit ist, am 4.Mai 2000 eröffnet werden.Die künftigen Museumsräume sollen so bemessen werden, daß keine wichtigen Werke mehr im Depot verbleiben müssen.

Der verblüffende Erfolg des deutschen Jungautors Benjamin Lebert hat den US-Markt erreicht.Der New Yorker Verlag Alfred A.Knopf wird den Debütroman "Crazy" veröffentlichen, sobald die Übersetzung fertig ist.In Dänemark, Japan, Südkorea, den Niederlanden, Estland und Italien wird der Erstling nach Angaben des Kölner Verlages Kiepenheuer & Witsch demnächst ebenfalls erscheinen.

Peter Kurzeck erhält den mit 30 000 Mark dotierten Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.Die mit 10 000 Mark verbundene Wilhelm-Hausenstein-Ehrung für Verdienste um kulturelle Vermittlung geht an Inge Jens für ihre editorische Leistung.

Norbert Gstrein wird heute um 20 Uhr in der Berliner Akademie der Künste mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet. Tsp

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