Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Deutsche Oper Berlin: Pamela Rosenberg hat kein Interesse

Die Deutsche Oper Berlin wird im Herbst 2001 höchstwahrscheinlich keine Intendantin bekommen.Pamela Rosenberg, die einzige Frau, deren Namen in Zusammenhang mit der Diskussion um die Nachfolge von Deutsche Opern-Chef Götz Friedrich genannt wurde, hat jetzt erklärt, kein Interesse an dem Posten zu haben.In einer Erklärung nannte sie die Unvereinbarkeit ihrer künstlerischen Einstellung mit der des derzeitigen Generalmusikdirektors des Opernhauses, Christian Thielemann, als Grund: "Die in vielen Interviews von Thielemann geäußerten extrem konservativen Vorstellungen von Oper haben mich veranlaßt, letzte Woche in einem persönlichen Gespräch Herrn Senator Radunski zu erklären, daß ich unter diesen Umständen nicht mehr zur Verfügung stünde." Nachdem Rosenberg in der vergangenen Woche erklärt hatte, sie wolle ihren Vertrag als Künstlerische Betriebsdirektorin der Staatsoper Stuttgart nicht über das Jahr 2001 hinaus verlängern, waren Gerüchte laut geworden, sie könne Friedrich-Nachfolgerin werden.Pamela Rosenberg ist bereits die zweite renommierte Kulturmanagerin, die eine Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Thielemann an der Deutschen Oper Berlin kategorisch ablehnt.Vor kurzem hatte auch der derzeitige Intendant der Salzburger Festspiele, Gerard Mortier, Thielemanns musikalischen Konservatismus als Grund dafür genannt, daß er Götz Friedrichs Amt nicht übernehmen wolle.Der Sprecher des Berliner Kultusenators Peter Radunski, Axel Wallrabenstein, betonte gestern, es seien weiterhin "mehrere sehr interessante Kandidaten im Rennen".Radunski will Anfang Mai den Nachfolger Götz Friedrichs bekanntgeben. Tsp

Spachakademie tagt und vergibt zwei Preise

Über 60 Schriftsteller, Literatur- und Sprachforscher erwartet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zu ihrer Frühjahrstagung in Erfurt.Das dreitägige Treffen werde von diesem Donnerstag an unter dem Motto "Landschaften" stehen, teilte die Akademie mit.Neun Schriftsteller - darunter Volker Braun, Wulf Kirsten, Angela Strauß, Marcel Beyer, Judith Hermann und Arnold Stadler - werden aus ihren Werken lesen.Außerdem werden zwei Preise vergeben: Den mit 20 000 Mark dotierten Johann-Heinrich-Voß-Preis erhält der Übersetzer Harry Rowohlt.Sein Name ist mit der Übertragung amerikanischer Autoren, wie Kurt Vonnegut, aber auch mit Übersetzungen moderner irischer Literatur verbunden.Der ebenfalls mit 20 000 Mark ausgestattete Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland geht an den langjährigen Präsidenten des schwedischen PEN, Thomas von Vegesack.Als ehemaliger Cheflektor des Stockholmer Nordstets-Verlages habe er vielen deutschen Autoren zu öffentlichem Ansehen verholfen, hieß es in der Begründung der Jury.Die Akademie wird im Herbst auch den mit 60000 Mark dotierten Georg-Büchner-Preis, die wichtigste deutsche Literaturauszeichnung, verleihen.

Schriftsteller I: Günter Grass liest in Göttingen aus seinem unveröffentlichten neuem Buch "Mein Jahrhundert".Die vier Abendlesungen und zwei Matineen im Deutschen Theater werden, beginnend an diesem Mittwoch, von der ARD aufgezeichnet und sollen im Oktober gesendet werden, teilte der Göttinger Steidl Verlag mit.Der "neue Grass", eine Sammlung von einhundert Geschichten, soll am 7.Juli in den Handel kommen.Der Steidl Verlag plant zwei Ausgaben: Ein "Bilderbuch" mit Aquarellen des Autors und ein "romanartiges Lesebuch" mit einem Umfang von etwa 400 Seiten.

Schriftsteller II: Stefan Heym, der nach einer Gallensteinoperation wochenlang im künstlichen Koma gelegen hatte, ist auf dem Weg der Besserung.Der 86jährige benötige keine künstliche Niere mehr und atme wieder weitgehend selbst, teilte eine Sprecherin des Virchow-Krankenhauses in Berlin am Montag mit.Er sei gut ansprechbar und könne auch das Bett verlassen, hieß es.Wenn keine Komplikationen einsetzen sollten und sich der Zustand weiter verbessere, könne Heym in ein bis zwei Wochen von der Intensivstation auf eine andere Station des Krankenhauses verlegt werden. ADN

Schriftsteller III: Alfred Komarek erhält den diesjährigen "Krimipreis der Autoren".Die "Glauser" genannte Auszeichnung wird von der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur "Das Syndikat" jährlich für den besten Krimi vergeben, hieß es am Montag in Bonn.Der Wiener Komarek habe es mit seinem in einem österreichischen Dorf nahe der tschechischen Grenze spielenden Kriminalroman "Polt muß weinen" verstanden, "Anspruch und Unterhaltung" zu verbinden, urteilte die Jury.Die Auszeichnung ist mit 10 000 Mark der höchstdotierte deutsche Krimipreis.

"The Matrix", ein futuristischer Film mit Keanu Reeves und Laurence Fishburne, hat in den US-Kinos wieder die Spitzenposition übernommen.An seinem vierten Wochenende in den Kinos spielte er umgerechnet 23,2 Millionen Mark (12,9 Millionen Dollar) ein.Insgesamt brachte er bisher Einnahmen von 117,3 Millionen Dollar.

Der Norweger Terje Mikkelsen ist neuer Chefdirigent der Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl.Am Montag unterzeichnete der 41jährige einen Drei-Jahres-Vertrag.Mikkelsen, der seit 1997 Chefdirigent des lettischen Symphonie-Orchesters in Riga ist, wird bis zum Sommer 2002 mit der 1998 gegründeten Thüringen Philharmonie zusammenarbeiten.

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