Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Langhoff-Nachfolge: Radunski will im Juni entscheiden

Die Entscheidung über die Nachfolge von Thomas Langhoff als Intendant des Berliner Deutschen Theaters fällt im Juni.Wie Kultursenator Peter Radunski dem Tagesspiegel bestätigte (siehe Interview auf dieser Seite), gehören zu den Kandidaten der Stuttgarter Schauspielintendant Friedrich Schirmer sowie der Intendant der Münchner Kammerspiele, Dieter Dorn.Die in Ulm erscheinenden "Südwest-Presse" hatte gemeldet, Schirmer stehe als Langhoff-Nachfolger bereits fest und werde vom Baden-Württembergischen Kultusministerium gegebenenfalls vorzeitig aus seinem bis 2003 laufenden Vertrag in Stuttgart entlassen.Die Regisseure Peter Stein und Luc Bondy sollen Schirmer zugesagt haben, unter der neuen Intendanz auch wieder in Berlin zu arbeiten.Stein meinte dazu, er wissen noch von keinen Angeboten aus Berlin, wo er aber gerne wieder arbeiten würde.Schirmer erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, daß er sich mit Dieter Dorn "auf kein Windhundrennen" einlassen werde.Er habe aber ein Gespräch mit dem Kultursenator gehabt und stehe für das "Modell nicht regieführender Intendant" in Berlin zur Verfügung.Mit Stein werde er jetzt sprechen, Bondy habe ihm telephonisch das "Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert". Tsp

Deutsche Bank springt bei Steins "Faust"-Projekt ein

Fünf Jahre nach Gründung der Kultur-Stiftung der Deutschen Bank hat gestern die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Seebacher-Brandt im Berliner Hauptsitz des Unternehmens Unter den Linden Zwischenbilanz gezogen.Hervorgegangen aus einer einmalig bereitgestellten Summe in Höhe von 100 Millionen Mark, aus der der Kulturstiftung jährlich sechs bis sieben Millionen Mark Zinsen zur Verfügung stehen, förderte sie in den vergangenen Jahren über 300 Projekte.Seebacher-Brandt zur Seite standen der Kunstjournalist Walter Smerling von der Bonner Stiftung für Kunst und Kultur und Regisseur Peter Stein, die von ihren durch die Kultur-Stiftung möglich gemachten Projekten berichteten.Smerling wird ab November im Martin-Gropius-Bau die Sammlung Grothe präsentieren und Stein sein seit zehn Jahren verfolgtes "Faust"-Projekt auf der Expo 2000 in Hannover, in Berlin und Wien realisieren, zu dem er erste konkrete Angaben machte: Start ist ab Mitte Oktober 2000 im Rahmen der Expo mit neun Vorstellungen (mit jeweils sechs Inszenierungen), gefolgt von weiteren 37 im ehemaligen Treptower Busdepot "Arena" und schließlich 15 Vorstellungen in Wien.Im 30 Millionen-Mark-Etat klaffen trotz Zuschüsse von Deutscher Bank, Expo, DaimlerChrysler, ZDF und Hauptstadt-Kulturfonds ein gewaltiges Loch, das Stein mit Hilfe eines eigens gegründeten GmbH stopfen will.Die Einzelkarte soll 48 Mark pro Inszenierung kosten. NK

Der Schauspieler Oliver Reed, der als der "wilde Mann des englischen Films" galt, ist am Sonntag im Alter von 61 Jahren in einer Bar in La Valletta auf Malta gestorben.Er hatte plötzlich über Unwohlsein geklagt und war zusammengebrochen und sofort tot, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.Reed drehte auf Malta den von Steven Spielberg finanzierten Film "The Gladiator".Der Schauspieler, der in der britischen Presse immer wieder als starker Trinker bezeichnet wurde und mit Schlägereien und ruinierten Talk-Shows für Schlagzeilen sorgte, begann seine Filmkarriere in den sechziger Jahren.Zu seinen bekanntesten Streifen gehören "Liebende Frauen" (1969) und "Die Teufel" (1971).

Der Regisseur Christoph Schlingensief ist am Montag erneut zur Kosovo-Grenze in Mazedonien gereist, um Beweise vom Krieg zu sammeln.Auch wolle er seine Kontakte zur dortigen deutschen Botschaft, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Bundeswehr und dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ausbauen, um auf eigene Faust mehr Flüchtlinge nach Berlin zu holen, teilte Schlingensief mit."Die Medien rekrutieren Bilder.Ich stelle mir aber vor, daß man emotionale Zustände und Spannungsfelder rekrutieren muß", begründete er seine zweite Reise. Tsp

Das Hamburger Theater im Zimmer, eine kleine Privatbühne, wird zum Ende der Saison geschlossen.Die Kultursenatorin Christina Weiss entschied, keine weiteren Subventionen mehr für das Haus bereitzustellen.Sie folgt damit einer einstimmigen Empfehlung der Kulturdeputation.Die fast 80jährige Chefin des vor 51 Jahren gegründeten Theaters im Zimmer, Gerda Gmelin, hatte angekündigt, die Leitung des Theaters nach 40 Jahren aufzugeben.

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