Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Deutscher Hilfsfonds für verfolgte Künstler

Die Bundesregierung will verfolgten Künstlern und Autoren, die in Deutschland im Exil leben, künftig wirkungsvoller helfen.Dazu werde ein Fonds in Höhe von 300 000 Mark gebildet und der Sektion "Writers in Exile" des PEN-Zentrums Deutschland zur Verfügung gestellt, erklärte Kultur-Staatsminister Michael Naumann (SPD) am Mittwoch in Bonn.Mit dem jährlichen Zuschuß sollen Wohnung, Lebensunterhalt, medizinische Versorgung und Sachkosten für fünf verfolgte Autoren bezahlt werden.

Ein Konzept des PEN-Deutschland sieht den Angaben zufolge vor, daß die verfolgten Schriftsteller in verschiedenen Städten der Bundesrepublik aufgenommen und dort von ehrenamtlichen Kräften betreut werden sollen.Die regionalen Tätigkeiten sollen durch die Geschäftsstelle des deutschen PEN in Darmstadt koordiniert werden.Die Regierung gehe davon aus, daß ihre Bemühungen für das Projekt durch private Spenden und konkrete Hilfe im Einzelfall tatkräftig unterstützt werden, sagte Naumann.

Der Staatsminister verwies darauf, daß die "besorgniserregende Zunahme der Verfolgung, Folterung und Ermordung von Dichtern, Autoren und Intellektuellen in aller Welt" für jeden freiheitlich demokratischen Staat und damit insbesondere auch Deutschland Veranlassung sein müsse, auch außerhalb des klassischen Feldes der Außenpolitik "Mittel und Wege zu finden, um den einzelnen Opfern zu helfen". ADN

Neue Troja-Funde in Stuttgart zu sehen

Außerhalb der Türkei bisher noch nie gezeigte neue Ausgrabungsfunde aus Troja sollen im Frühjahr 2001 bei einer archäologischen Ausstellung in Stuttgart präsentiert werden.Die Schau "Troia - Traum und Wirklichkeit" zeige voraussichtlich von Anfang April bis Juni 2001 auch Goldschätze aus den Grabungen Heinrich Schliemanns (1822-1890), teilten die Veranstalter am Mittwoch in Stuttgart vor Journalisten mit.Die Schau beinhalte auch andere bedeutende Exponate wie Bilder, Plastiken und Originalhandschriften aus türkischen Museen.

Die im Jahr 1988 in der antiken Stadt im Nordwesten Anatoliens wieder aufgenommenen Ausgrabungen unter Leitung des Tübinger Archäologen Manfred Korfmann hätten neue, zum Teil sensationelle Ergebnisse gebracht, sagte der baden-württembergische Wissenschaftsminister Klaus von Trotha (CDU).An der im August 1998 abgeschlossenen Grabungskampagne waren nach Angaben Korfmanns zwischen 80 und 90 Wissenschaftler und Techniker aus rund zwölf Nationen beteiligt.

Nun könne für diese Region die kulturgeschichtliche Entwicklung von rund 5000 vor Christus bis zum 14.Jahrhundert überblickt werden, hieß es weiter.Die auf insgesamt 4,2 Millionen Mark veranschlagte Ausstellung wird nach Stuttgart in Braunschweig und Bonn gezeigt.Veranstalter der Troja-Schau ist das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg. epd

"Budapest-Berlin": Ungarn stellt sich vor

Mit einer Autorenlesung eröffnet an diesem Donnerstag eine umfangreiche Veranstaltungsreihe der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Künste mit dem Titel: "Budapest-Berlin".Bis Oktober stellen sich dabei ungarische Schriftsteller, Maler, Musiker und Filmemacher vor.Am Wochenende lädt die Akademie zu ihrer diesjährigen Frühjahrs-Mitgliederversammlung ein."Budapest-Berlin" versteht sich, wie der Akademie-Präsident und ungarische Schriftsteller György Konrád erläuterte, als Ergänzung zum Ungarnschwerpunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse im Herbst.Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht am 29.August ein Festakt zur Eröffnung der Ausstellungen "Ungarische Kunst der neunziger Jahre" sowie "Baustelle: Ungarn" zur Architektur des Landes.Teilnehmer der Literaturveranstaltungen sind neben Konrád auch Imre Kertész, Péter Nádas, Péter Esterházy, Istvan Eörsi und György Dalos. Tsp

Der Kölner Künstler Sigmar Polke (58) hat mit seinem Verhalten die israelische Wolfstiftung brüskiert.Obwohl ihm der mit 100 000 Dollar dotierte diesjährige Wolf-Preis zuerkannt wurde, habe er seit Januar jeden Kontakt mit der Stiftung verweigert, berichtete die "Jerusalem Post".Der Preis gilt als "israelischer Nobel-Preis" und ist die höchste Auszeichnung, die der Staat an Wissenschaftler und Künstler vergibt. epd

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