Kultur : Kurzmeldungen und Kulturnachrichten

Architekt Foster in Berlin mit Pritzker-Preis geehrt

Der englische Architekt Norman Foster hat gestern im Berliner Alten Museum den Pritzker-Preis, den weltweit renommiertesten Preis für Architektur, verliehen bekommen. Die Auszeichnung gilt dem Lebenswerk des 63jährigen Architekten, der unter anderem das Berliner Reichstagsgebäude umgestaltet hat (ausführliche Würdigung Fosters im Tagesspiegel vom 7. Juni). Der von der in Chicago ansässigen Hyatt Foundation ausgelobte, alljährlich vergebene Preis ist mit 100 000 Dollar dotiert. Die Preissumme will Foster, wie er gestern bei einer Pressekonferenz sagte, einer von ihm gegründeten Stiftung zur Förderung junger Architekten zur Verfügung stellen, an die er bereits vorangehende Preisgelder weitergeleitet hat. Zu den bisherigen Preisträgern zählen neben anderen Frank Gehry, Hans Hollein, Rafael Moneo und Renzo Piano, die bei dem gestrigen Festakt zugegen waren. Die Wahl Berlins zum diesjährigen Veranstaltungsort sei bereits vor der Auswahl des Preisträgers erfolgt, betonte der Vorsitzende der Jury, J. Carter Brown, der den Vorsitz des Beirats für Bildende Künste der USA innehat. Berlin bezeichnete Foster gestern als eine "ungemein aufregende Stadt" mit dem "Potential, die Stadt des kommenden Jahrhunderts" zu werden. BS

Entscheidung über Langhoff-Nachfolge noch in dieser Woche

Der Nachfolger Thomas Langhoffs als Intendant des Berliner Deutschen Theaters (DT) wird noch in dieser Woche benannt. Für den kommenden Freitag hat Berlins Kultursenator Peter Radunski Ensemble und Personalrat des Deutschen Theaters zum Gespräch gebeten. Nachdem einer der Favoriten, der Stuttgarter Intendant Friedrich Schirmer, am Wochenende seinen Verzicht erklärt hatte, konzentrieren sich nach Informationen aus Kreisen des Berliner Abgeordnetenhauses Radunskis Verhandlungen nun auf den Intendanten der Münchner Kammerspiele, Dieter Dorn, und den Direktor des Basler Theaters, Michael Schindhelm. Mit dem "nichtinszenierenden Intendanten" Schindhelm käme auch Stefan Bachmann als einer der profiliertesten Nachwuchsregisseure aus Basel zurück nach Berlin. Bachmann soll sich positiv über einen Wechsel geäußert haben. Nachdem Dorn zunächst sein Interesse an der Langhoff-Nachfolge begründet hatte (vgl. Tagesspiegel vom 9. Mai), soll er ähnlich wie Schirmer inzwischen über die Hinhaltetaktik des Berliner Kultursenators verärgert sein. Schirmer kritisierte die Verhandlungspolitik der Berliner Kulturverwaltung, die ein "Rennen" zwischen ihm und Dorn ausgerufen habe, als "unseriöses Geschäftsgebaren". Tsp

Kosovo-Krieg: Grass rügt deutsche Presse

Der Schriftsteller Günter Grass rügt das deutsche Medienecho auf die Rolle der Bundesregierung im Kosovo-Krieg. In einem dpa-Gespräch nannte er es "jämmerlich, wie die Presse insgesamt mit so einem hervorragenden Außenminister wie Fischer und so einem hervorragenden Verteidigungminister wie Scharping" umgehe. Auch die Art, wie der Bundeskanzler sich zu diesem Konzept verstanden habe, sei anerkennenswert. Zur aktuellen Lage sagte Grass, der mögliche Frieden im Kosovo dürfte nicht auf einem "faulen Kompromiß" gründen. Es brauche eine "starke militärische Präsenz, hoffentlich unter Uno-Mandat".

Beim Deutschen Filmpreis, der am 17. Juni in Berlin verliehen wird, werden erstmals zwei sogenannte Publikumspreise vergeben. Ausgezeichnet werden der beste deutsche Kinofilm und die beste schauspielerische Leistung der Kinosaison. Abstimmen können die Zuschauer per Internet ( www.deutscherfilmpreis.de ) oder per Postkarte (Deutscher Filmpreis, Stichwort "Deutscher Filmpreis 1999/Publikumspreis", 20745 Hamburg) noch bis zum 12. Juni. Unter den Einsendern werden Preise ausgelost.

Roberto Benigni, italienischer Filmkomiker, erhielt jetzt die Ehrendoktorwürde der "Ben Gurion"-Universität im südisraelischen Beerschewa. "Ich fühle mich herrlich. Ich hätte Lust, mich nackt auszuziehen und so im Toten Meer zu baden", rief Benigni bei der Verleihungszeremonie. "Israel ist für mich das heiligste und erotischste Land der Welt. Ich widme die Auszeichnung dem ermordeten israelischen Regierungschef Izchak Rabin, den ich zutiefst bewundere." Benignis Holocaust-Film "Das Leben ist schön" war in Israel im vergangenen Jahr begeistert aufgenommen worden.

Ernie Wilkins, Jazz-Saxophonist, Komponist und Arrangeur, ist in Kopenhagen nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben. Der in St. Louis geborene Musiker machte sich in den fünfziger und sechziger Jahren vor allem als Komponist und Arrangeur für die Big Band von Duke Ellington einen Namen. Als Saxophonist spielte er in der Band von Count Basie.

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